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bpa THÜRINGEN

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Anbieter sozialer Dienste e.V.
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Aktuelles aus Thüringen

12.01.2017

Zahlreiche Gäste beim bpa-Neujahrsempfang 2017

Gute Pflege braucht gute Rahmenbedingungen

Im Namen des gesamten Vorstandes der bpa-Landesgruppe Thüringen begrüßte die Landesvorsitzende Margit Benkenstein zahlreiche Gäste zum bpa-Neujahrsempfang in Erfurt. Im Beisein von Gesundheitsministerin Heike Werner und dem Bundesgeschäftsführer des bpa, Herbert Maul, skizzierte sie die Herausforderungen für das neue Jahr und bezeichnete den Fachkräftemangel als größte Baustelle und nahm dabei auch die Landesregierung in die Pflicht.

In keiner anderen Branche in Thüringen wurden im abgelaufenen Jahr so viele Stellen geschaffen, wie in der Pflege und im Sozialwesen. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Freistaat laut Agentur für Arbeit um 4,9 Prozent auf jetzt 64.300, ein Wachstum von 4,9 Prozent. Doch dies sei nur die eine Seite der Medaille, so, Margit Benkenstein: „Alle Beteiligten wissen, dass der steigende Bedarf an Pflegekräften nur noch gedeckt werden kann, wenn wir konkurrenzfähige Löhne zahlen können. Dies gelingt nur, wenn die Pflegesätze der Kassen ansteigen, analog zu denen im Westen.

Der Start der dritten Stufe der Pflegereform mit neuen Pflegegraden und mehr Angeboten für Pflegebedürftige zum 1. Januar ist laut Benkenstein nur teilweise gelungen: „Obwohl seit langem bekannt, haben die Krankenkassen es nicht geschafft, allen Pflegebedürftigen deren neue Einstufungen zukommen zu lassen. So blieb die Aufklärungsarbeit an uns hängen, was den ohnehin herausfordernden Arbeitsalltag weiter erschwert.“

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner sagte in ihrem Grußwort: „Menschen in Pflegeberufen leisten einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft. Ihnen gebührt deshalb nicht nur großer Dank, sondern auch eine entsprechende Vergütung“. Laut Ministerin Werner werden die Inanspruchnahme von Pflegediensten und der Fachkräftebedarf weiter wachsen. „Die Zahl der Menschen, die im Alter auf Pflege angewiesen sind, steigt nach wie vor an. Schon jetzt werden mehr Fachkräfte in der Altenpflege benötigt, ob für die Arbeit im häuslichen Umfeld oder in Pflegeheimen. Um den Fachkräftebedarf zu decken und Pflege als Arbeitsgebiet attraktiv zu halten, sind gute Arbeitsbedingungen und auskömmliche Löhne wichtig.

Benkenstein dankte Ministerin Werner und bat die Landesregierung gleichzeitig erneut, das Schulgeld in privaten Altenpflegeschulen zu streichen, um die Attraktivität des Berufs für junge Menschen zu steigern. Als Gift für den Fachberuf Altenpflege bezeichneten Benkenstein und der bpa Bundesgeschäftsführer, Herbert Maul, die geplante Zusammenlegung von Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege-ausbildung, die auf Bundesebene immer noch nicht vom Tisch ist.

Mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst kündigte bpa Bundesgeschäftsführer Herbert Maul Wahlprüfsteine an, die auch in Thüringen mit den Kandidatinnen und Kandidaten diskutiert werden: „Gute Pflege braucht gute Rahmenbedingungen. Im bpa sind mehr als 9.000 meist mittelständische Familienunternehmen organisiert, die dafür sorgen, dass Menschen im Alter menschenwürdig versorgt werden. Dafür braucht es Rahmenbedingungen, die es ermöglichen attraktive Angebote machen zu können.“

Begleitet wurde der Neujahrsempfang mit einer Ausstellungseröffnung von Faksimile-Drucken besonders schöner Blätter aus der Erfurter „Bibliotheca Amploniana“, der heute größten, weitgehend geschlossen erhaltene Handschriftensammlung eines mittelalterlichen Gelehrten weltweit.

Margit Benkenstein

Heike Werner

Herbert Mauel

v.l.n.r. Nadine Lopuszanski, Jeannette Krah und Jochen Weimer

v.l.n.r. Petra Seitler-Meisegeier, Bernd Seitler und Astrid Regel