ANSPRUCH PFLEGEN

bpa THÜRINGEN

Bundesverband privater
Anbieter sozialer Dienste e.V.
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Aktuelles aus Thüringen

24.04.2018

25 Jahre bpa Thüringen - gute Pflege bleibt Dauerherausforderung

Festakt auf der Wartburg in Eisenach

Mit einem Festakt auf der Wartburg in Eisenach haben mehr als 100 Gäste von Pflegeeinrichtungen, Pflege- und Krankenkassen, Politik und Kommunen das 25-jährige Bestehen der Thüringer Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) gewürdigt. Die bpa-Landesgruppe Thüringen und ihre heute über 220 Mitgliedsunternehmen waren maßgeblich am Aufbau der neuen ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen nach der Wiedervereinigung beteiligt. „Beim bpa handelt es sich um einen wichtigen Dienstleister, Entscheidungsträger und Kooperationspartner im Bereich der pflegerischen Versorgung in Thüringen. Über die Hälfte der Pflegeeinrichtungen im Freistaat werden durch private Anbieter betrieben, viele sind Mitgliedseinrichtungen des bpa. Sie leisten damit, das betone ich ausdrücklich, einen entscheidenden Beitrag zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung in Thüringen. Hierfür gebührt allen Beteiligten Dank und Anerkennung“, so Sozialministerin Heike Werner in ihrem Grußwort.

Auch die Vorsitzende des bpa Thüringen, Margit Benkenstein, lobte die Partnerschaft mit Kassen, Kommunen und Politik, verwies aber gleichzeitig auf die anstehenden Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft und den anhaltenden Fachkräftemangel. „Nichts ist beständiger als der Wandel. Dieses Bonmot trifft auf kaum eine Branche so sehr zu, wie auf die Pflege. Wer, wie ich, die Pflege noch zu DDR-Zeiten erlebt hat, weiß, was wir in Thüringen und allen anderen neuen Bundesländern geschafft haben“, hob Margit Benkenstein in ihrer Festrede hervor. „Aus Feierabendheimen und den berühmten Gemeindeschwestern auf den Dörfern haben sich hochqualitative ambulante Dienste und lebenswerte stationäre Einrichtungen entwickelt.“

Die Ehrenvorsitzende des bpa Thüringen, Rosemarie Wolf, erinnerte in ihrer Rede an die großen Reformen der letzten 25 Jahre, wie die Einführung der Pflegeversicherung 1995, die zu einer großen Entlastung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen geführt habe, die Entwicklung neuer teilstationärer und ambulanter Versorgungsstrukturen, wie Tagespflege oder Wohngruppen, bis hin zu den Pflegestärkungsgesetzen, die unter anderem bessere Unterstützungsmöglichkeiten für die steigende Zahl Demenzerkrankter gebracht haben.

Die Sicherung einer menschlichen und bezahlbaren Pflege bezeichnet Margit Benkenstein als Daueraufgabe: „Menschlichkeit, Wertschätzung und hohe Qualität sind zentrale Säulen guter Pflege. Zwischen 1999 und 2015 hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen allein in Thüringen auf fast 100.000 mehr als verdoppelt. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, wie Pflege und Betreuung organisiert werden sollen, wenn der Bedarf immer größer wird. Diese Frage ist umso dringlicher, als auf der einen Seite sinkende familiale Pflegepotenziale zu erwarten sind, auf der anderen Seite aber aufgrund der demographischen Entwicklung die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter sinkt, sodass nicht von einem steigenden Arbeitskräfteangebot in der Pflege ausgegangen werden kann. Das Aufeinandertreffen steigender Bedarfe nach Pflege und eines rückläufigen Arbeitskräfteangebots eröffnet die Versorgungslücke, die zu schließen eine der wichtigsten Aufgaben der Gesundheits- und Pflegepolitik der nächsten Jahre sein muss.“

Nach den Grußworten wurde kräftig im Festsaal das Jubiläum gefeiert und langjährige Mitgliedsunternehmen wurden ausgezeichnet. Für 25 Jahre bpa Mitgliedschaft erhielten  Rosemarie Wolf, Pflegezentrum Am Hanstein/Wahlhausen, Christian Hoffmann, Pflegenetzwerk St. Annen/Eisenach, Helko Richter, Seniorenlandhaus Schwickershausen, Gerald Kratsch, Pflegeheim Lucka, für 20 Jahre bpa Mitgliedschaft Astrid Regel, HKP Margit Klein/Erfurt, Karsten Mannack, SWP Stützerbach und für 10 Jahre bpa Mitgliedschaft, Heidrun Schönfeld, K&S Seniorenresidenz Nordhausen, ihre Jubiläumsurkunden. Bei wundervollem Wetter konnte man den einmaligen Ausblick von der Wartburg in das Thüringer Land genießen und gefeiert wurde bis in den frühen Morgen.

Am nächsten Tag gab es noch einen geführten Rundgang auf der Wartburg. Wie kaum eine andere Burg Deutschlands ist die Wartburg mit der Geschichte Deutschlands verbunden. 1211 bis 1227 lebte die später heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen auf der Burg. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als „Junker Jörg“ hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel in nur elf Wochen ins Deutsche. Johann Wolfgang von Goethe weilte mehrfach hier, erstmals im Jahre 1777. Am 18. Oktober 1817 fand auf Einladung der Jenaer Urburschenschaft anlässlich des 300. Jahrestages des Thesenanschlags Martin Luthers und im Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig auf der Burg das erste Wartburgfest statt. Das zweite Wartburgfest wurde im Revolutionsjahr 1848 veranstaltet. So ist es nicht verwunderlich, dass die Burg bereits im 19. Jahrhundert als nationales Denkmal galt und eng mit der deutschen Geschichte verknüpft ist. Das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen der Thüringer Landesgruppe wird allen Teilnehmern in sehr guter Erinnerung bleiben.

Fotos der Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie (Fotos 1 bis 8 Tobias Kromke, 9 und 10 bpa).