ANSPRUCH PFLEGEN

Aktuelles

13.03.2017

Pflegepolitik: Richtige Diagnosen, falsche Rezepte

Antworten auf bpa-Wahlprüfsteine: Kaum klare Konzepte für die Zukunft der Pflege im Saarland

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) hatte die zur Landtagswahl antretenden Parteien kürzlich um konkrete Stellungnahmen zur Rolle der privaten Pflegedienste und -heime, zur Einrichtung einer Zwangs-Pflegekammer und zum Erhalt einer eigenständigen Altenpflegeausbildung gebeten. Nun liegen erste Aussagen zu den sogenannten Wahlprüfsteinen vor. „Während den Menschen die Frage, wie sie im Alter leben und gepflegt werden, nach aktuellen Umfragen besonders wichtig ist, fehlen den Parteien im Saarland klare Konzepte zur Sicherung der pflegerischen Versorgung“, fasst der saarländische bpa-Landesvorsitzende Helmut Mersdorf die Ergebnisse zusammen. „Zwar haben alle erkannt, wie wichtig es ist, Pflegende von bürokratischen Anforderungen zu entlasten und die Pflegelandschaft im Saarland breit aufzustellen; trotzdem wollen einige politische Akteure weiterhin nicht von gefährlichen Ideen wie einer unnützen Pflegekammer oder einem realitätsfernen Kostendeckungsprinzip lassen“, erläutert Mersdorf weiter.

Liberale Bekenntnisse zu einem freien Markt mit vielen unterschiedlichen Akteuren seien erfreulich, allerdings sei bisher nirgendwo ein durchgängiges Konzept für den Umgang mit der deutlich steigenden Zahl von Pflegebedürftigen zu erkennnen. Weitgehende Einigkeit unter den Parteien herrsche allerdings bei der Öffnung einzelner Leistungen der ambulanten Pflege auch für Pflegehilfskräfte. „Das wäre aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt, um Fachkräfte zu entlasten und gleichzeitig den Zeitdruck aus der Versorgung der Pflegebedürftigen zu nehmen“, so Mersdorf. Das sähen die meisten politischen Vertreter ähnlich.

Wichtig sei nun, dass den Ankündigungen nach der Landtagswahl auch schnell Taten folgen, mahnt der saarländische bpa-Landesvorsitzende. „Bei der Sicherung der eigenständigen Altenpflegeausbildung oder auch dem Einsatz von Pflegehilfskräften hat das Land weitgehende Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten. Unsere Mitglieder erwarten, dass diese auch im Sinne einer zukunftsfesten Pflege im Saarland genutzt werden“, so Mersdorf abschließend.