ANSPRUCH PFLEGEN

Aktuelles

20.06.2017

Neue Landesregierung enttäuscht Pflege noch vor Arbeitsaufnahme

Bei der Pflegekammer widersprechen CDU und FDP ihren eigenen Ankündigungen

Laut Ansicht des schleswig-holsteinischen Landesvorsitzenden des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Mathias Steinbuck, stoßen CDU und FDP die Pflegenden im Land vor den Kopf, noch bevor sie die Regierungsverantwortung in Schleswig-Holstein übernommen haben. „In ihrem Wahlprogramm hatte die CDU einen Stopp der laufenden Pflegekammergründung mit Zwangsmitgliedschaft und -beiträgen versprochen, und auch die FDP wollte diesen unnützen Zuwachs an Bürokratie und Gängelung aussetzen. Diese Überzeugungen haben sie sich aber offenbar aus machtpolitischen Erwägungen von den Grünen abkaufen lassen“, kritisiert Steinbuck.

Der Koalitionsvertrag enthalte keinerlei Pläne zur bisher angekündigten Gestaltung einer freiwilligen und wirksamen Interessenvertretung für die Pflege: „Die neue Landesregierung ignoriert den Widerstand vieler Pflegender gegen die teure Zwangskammer, die bei den wichtigen Themen der Branche nicht einmal mitgestalten kann. Damit hat die Koalition die erste große Chance verpasst, den Pflegenden Wertschätzung und Rückendeckung entgegenzubringen“, so der bpa-Landesvorsitzende, der hinzufügt: „Allem Ärger zum Trotz müssen wir nun gemeinsam die vielen drängenden Probleme in der Pflege anpacken. Beispielsweise begrüßen wir die Idee einer gemeinsamen landesweiten Imagekampagne für die Ausbildung in den Pflegeberufen.“