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28.06.2017

„Starre Fachkraftquote macht gute Pflege für alle unmöglich“

Studie der Bundesregierung sieht stark steigenden Fachkräftemangel in der Altenpflege

Nach einer Studie von IEGUS, WifOR und IAW im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zeichnet sich in der Altenpflege ein Anstieg des Engpasses von 83.000 Arbeitskräften im Jahr 2016 auf 182.000 Personen im Jahr 2030 ab. Gleichzeitig machen andere Studien einen erheblichen Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen deutlich. Weil Digitalisierung und Einwanderung alleine den von der Bundesregierung dargestellten deutlich sich verschärfenden Fachkräftemangel in der Altenpflege nicht beheben werden, fordert bpa-Präsident Bernd Meurer:

„Wenn schon die Bundesregierung eine Verschärfung des Mangels vorrechnet, können sich die Bundesländer nicht länger hinter einer Fachkraftquote verstecken, die rein rechnerisch nur zu einer staatlich organisierten Verknappung des Angebotes an qualifizierten Versorgungsangeboten in den Pflegeheimen führen kann. Wir brauchen eine vorurteilsfreie Diskussion darüber, wie bei deutlich steigender Zahl an pflegebedürftigen Menschen bei gleichzeitig stagnierender Zahl an Pflegefachkräften eine begründete Qualität der Pflege und Versorgung sichergestellt werden kann. Die Debatten über eine generalistische Ausbildung oder um die strikte Durchsetzung einer in nichts begründeten Fachkraftquote sind kein Beitrag zur Lösung des Problems, sondern verschärfen dieses nur. Wird hier nicht schnell und entschlossen gegengesteuert, zeigen sich die Folgen in Versorgungsengpässen insbesondere für Menschen mit hohem Pflege- und Betreuungsbedarf. Die starre Fachkraftquote macht gute Pflege für alle unmöglich. Unsere bpa-Mitgliedseinrichtungen sind zur Erprobung eines flexibleren Fachkräfteeinsatzes bereit.“

Die Studie finden Sie hier.