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08.08.2017

Personal in Pflegeheimen: Starre Fachkraftquote ist nicht zeitgemäß

bpa fordert ehrlichen Dialog über innovative Konzepte in der Pflege statt starrer Fachkraftquote

Angesichts zahlreich fehlender Pflegefachkräfte in Bremen und monatelang unbesetzter Fachkraftstellen fordern private Pflegeunternehmen eine realistische Debatte über die Aufgabenverteilung im Pflegealltag. „Mit Denkverboten und dem Beharren auf einer inzwischen oftmals unrealistischen Fachkraftquote kommen wir nicht weiter“, warnt der Bremer Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Sven Beyer.

„Eine 50-prozentige Fachkraftquote ist wissenschaftlich nicht unterfüttert; trotzdem legen sich hier in Bremen Träger einen freiwilligen Belegungsstopp auf, wenn sie die Quote unterschreiten“, so Beyer. „Dringend benötigte Heimplätze sind dann nicht verfügbar, und die Pflegebedürftigen und ihre Familien haben das Nachsehen.“

Der Mangel an Fachkräften sei eine nicht wegzudiskutierende Realität. Offene Stellen in der Altenpflege sind bundesweit durchschnittlich sechs Monate unbesetzt, mit künftig steigender Tendenz. „Und es liegt nicht an der Höhe der Löhne und Gehälter oder an einem unattraktiven Arbeitsfeld“, sagt der bpa-Landesvorsitzende und verweist auf die Zahl der interessierten Auszubildenden. „Wir bilden auf hohem Niveau aus, aber die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wächst deutlich schneller. Um den absehbaren Bedarf zu decken, brauchen wir eine ehrliche Diskussion darüber, wie eine begründete Qualität mit einer anderen Verteilung der Aufgaben gesichert wird. Eine starre Fachkraftquote leistet keinen Beitrag zur Lösung dieser Zukunftsaufgabe.“