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09.08.2017

Ausbildungsstart in der Pflege: Wer ausbildet, darf nicht der Dumme sein.

bpa kritisiert Nachteile für ausbildende Pflegedienste und Heime in Brandenburg

Das aktuelle System der Ausbildungsfinanzierung in der brandenburgischen Pflege bestraft die Unternehmen, die sich um den Fachkräftenachwuchs bemühen. Das kritisiert die Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). „Wer sich für die Zukunft der pflegerischen Versorgung engagiert und Azubis beschäftigt, ist am Ende der Dumme, weil er seinen Kunden diese Kosten zusätzlich in Rechnung stellen muss“, erläutert die brandenburgische bpa-Landesvorsitzende Ellen Fährmann.

Die Ausbildung stellt damit einen deutlichen Nachteil für die Unternehmen dar, weil Pflegebedürftige und der Angehörige natürlich Preise vergleichen. Das weiß auch Pflegeunternehmerin Simone Leske aus Eisenhüttenstadt. Sie hat zum jetzt beginnenden neuen Ausbildungsjahr trotzdem zwei Azubis eingestellt. „Ausbildung ist wichtig. Früher oder später kann jeden - auch meine Angehörigen oder mich selbst - Pflegebedürftigkeit treffen. Deswegen engagiere ich mich schon heute, um mir auch um die Zukunft meiner eigenen Pflege keine Sorgen machen zu müssen.“ Die Kosten für die Ausbildung muss sie bei ihren Kunden dennoch immer wieder besonders begründen.

„Unsere Mitgliedsunternehmen wünschen sich schon jetzt und nicht erst in ein paar Jahren eine Ausbildungsumlage, wie es sie in vielen anderen Bundesländern bereits gibt“, sagt die bpa-Landesvorsitzende Fährmann. Damit werden die Kosten für den Fachkräftenachwuchs auf alle Heime und Pflegedienste umgelegt. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise konnte die Zahl der Ausbildungsstellen in der Pflege damit innerhalb weniger Jahre verdoppelt werden.

Schon heute gäbe es in Brandenburg Versorgungsengpässe und das Land habe in den nächsten Jahren die bundesweit am stärksten ansteigende Zahl von Pflegebedürftigen. Das könne nur mit tausenden zusätzlichen Pflegefachkräften bewältigt werden, gibt Fährmann zu bedenken. „Dazu brauchen wir entsprechend viele Ausbildungsstellen. Ein System, das die Ausbildungsunternehmen benachteiligt, können wir uns nicht leisten.“