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Aktuelles

06.09.2017

Pflege bleibt das Zukunftsthema

bpa diskutiert mit sächsischen Bundestagskandidaten

Die anstehende Bundestagswahl am 24. September 2017 war Anlass für die Landesgruppe Sachsen des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) im Rahmen dreier Regionaltreffen mit den nominierten Wahlkreiskandidaten über ihre Vorstellungen zur künftigen Gestaltung der pflegerischen Versorgung in Sachsen zu diskutieren. In Chemnitz, Taucha und Dresden nahmen die Politiker Stellung zu den vom bpa formulierten Wahlprüfsteinen zur Rolle der privaten Pflege, der Bekämpfung des Fachkräftemangels und der Sicherstellung des Pflegebedarfs in allen Versorgungsformen. Einig waren sich dabei alle Beteiligten über die Dauerherausforderung und enorme Bedeutung der Pflege für die Gesellschaft. So werden im Jahr 2030 deutschlandweit mindestens 3,5 Millionen Menschen pflegebedürftig sein, dafür muss z.B. die Zahl der Heimplätze um 160.000 steigen und es werden zusätzlich 500.000 Pflegekräfte benötigt. Über 100 Milliarden Euro müssen bis dahin in die Pflegeinfrastruktur investiert werden.

Der Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Sachsen, Dr. Matthias Faensen, fasste die letztjährigen Initiativen der Politik wie folgt zusammen: „Die bisherige Bundesregierung hatte die Pflege im Blick. Mit drei Pflegestärkungsgesetzen, der Entbürokratisierung der Dokumentation, der Entlastung pflegender Angehöriger oder der Besserstellung von Demenzerkrankten hat sich viel verändert. Leider wurde dabei im Vorfeld nicht immer der Rat aus der Praxis eingeholt, was teilweise zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Umsetzung geführt hat. Wir hoffen, dass die neue Regierung daraus lernen wird. Dass nahezu alle Parteien unsere Wahlprüfsteine beantwortet haben, zeigt, dass ihnen die Wichtigkeit des Themas bewusst ist.“

So haben sich fast alle Parteien zur Trägervielfalt bekannt und die Bedeutung der privaten Anbieter in der sächsischen Pflegelandschaft gewürdigt. Einig waren sie sich, dass die Attraktivität des Berufsbildes gesteigert und bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden müssten. Weiterer Diskussionsbedarf besteht beim Pflegeberufereformgesetz. „So berücksichtigt eine generalistische Ausbildung nicht die speziellen Anforderungen in der Altenpflege und benachteiligt Ausbildungsbetriebe, die höhere Aufwendungen haben, aber trotzdem nicht sicher sind, ob sie von ihrem Engagement profitieren. Darüber werden wir auch nach der Bundestagswahl reden müssen“, so Dr. Faensen abschließend.

Die Antworten der sächsischen Parteien auf die Fragen des bpa Sachsen finden Sie hier.