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Aktuelles

13.02.2018

Linken Anfrage räumt mit falscher Zahl auf

Verweildauer in der Altenpflege bei über 19 Jahren

Die Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke zu den Arbeitsbedingungen in der Altenpflege räumt deutlich mit einer falschen Zahl auf, die noch immer das öffentliche Bild prägt. So kommt die Bundesregierung bei der Frage nach der Verweildauer in den Berufen der Altenpflege auf einen durchschnittlichen Wert von über 19 Jahren und schreibt wörtlich: „Die Ergebnisse der Strukturanalyse widerlegen deutlich die Vorstellung, dass viele Altenpflegefachkräfte schon nach kurzer Zeit ihren Beruf verlassen würden.“

Auch bei der Frage nach dem Verhältnis von Teilzeit zu Vollzeit zeichnet die Antwort der Bundesregierung ein differenzierteres Bild als bisher. So arbeiten nach Angaben der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit aus dem Dezember 2016 44,6 Prozent der Beschäftigten in der Altenpflege in Vollzeit und 55,4 Prozent in Teilzeit. Bei den Fachkräften arbeiten sogar mehr (53,8 Prozent) in Vollzeit als in Teilzeit (46,2 Prozent). Die Vollzeit-Werte sind deutlich höher als in der Pflegestatistik dargestellt.

Gleichzeitig kommt eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zu den Arbeitszeitwünschen 2016 zu der Erkenntnis, dass der Wunsch, die Arbeitszeit zu erhöhen, in der Altenpflege unwesentlich höher liegt als im Durchschnitt aller Berufe. 48.000 Frauen und 8.000 Männer wünschen sich eine Ausweitung ihrer Arbeitszeit. Das sind 8,8 Prozent aller Erwerbstätigen in der Altenpflege. Über alle Berufe liegt der Prozentsatz bei 6,3 Prozent. Beim Verhältnis von Teilzeit zu Vollzeit in der Altenpflege zu anderen Berufsgruppen ist das ein zumindest bemerkenswertes Ergebnis.

Zu den Zahlen erklärt bpa-Präsident Bernd Meurer:

„Die Zahlen räumen erneut mit Mythen auf, die seit längerem durch die Welt geistern. Es ist an der Zeit, dass Berufsverbände und die Politik sie zur Kenntnis nehmen und daran ihr Reden und ihr Handeln ausrichten. Wir wissen, dass noch viel Arbeit vor uns allen liegt, um mehr Menschen für den Beruf in der Altenpflege zu gewinnen. Die Zahlen sind aber eine gute Basis, um mit der von der künftigen Bundesregierung geplanten ‚Konzertierten Aktion Pflege‘ kluge und richtige Entscheidungen zu treffen.“