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23.02.2018

Azubizahlen in der Pflege: Wachstum mit angezogener Handbremse

bpa fordert sofortige Abschaffung des Schulgeldes für Altenpflegeauszubildende in Hamburg

Die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege könnte in Hamburg noch weit schneller steigen, wenn die Hansestadt endlich das Schulgeld abschafft. Davon ist der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Frank Wagner  überzeugt. Hamburg gehört zu den wenigen deutschen Bundesländern, in denen für den Schulbesuch von Pflegeazubis extra bezahlt werden muss.

„Wer einen Anstieg der Auszubildendenzahlen um acht Prozent bejubelt, hat weder den Bedarf in der Pflege, noch die Entwicklung in anderen Bundesländern im Blick“, so Wagner anlässlich einer Vorstellung der aktuellen Statistik des Senats zur Entwicklung der Azubizahlen. In NRW zum Beispiel habe sich die Auszubildendenzahl innerhalb weniger Jahre verdoppelt.

„Schulgeld ist gerade in einem Bereich, in dem händeringend Fachkräfte gesucht werden, ein Irrsinn. Die Altenpflegeausbildung muss in Hamburg sofort kostenfrei gemacht werden“, fordert der bpa-Landesvorsitzende.

Der Senat hatte bisher immer darauf verwiesen, dass mit der Reform der Pflegeausbildung das Schulgeld im Jahr 2020 überall abgeschafft wird. „Pflegedienste und Heime in Hamburg dürfen aber nicht weitere zwei Jahre vertröstet werden. Sie wollen keine Bewerber für die Ausbildung in der Altenpflege verlieren oder auf die seitens der Politik gepriesene Attraktivitätssteigerung verweisen, sondern wollen jetzt die Fachkräfte für morgen ausbilden“, warnt Wagner. Er verweist auch auf den Koalitionsvertrag der möglichen nächsten Bundesregierung. „Dort hat der Erste Bürgermeister Scholz eine schulgeldfreie Ausbildung in den Gesundheitsberufen ausgehandelt. Vielleicht kann er der Pflege in Hamburg dieses Geschenk vor seinem wahrscheinlichen Wechsel nach Berlin noch machen.“