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19.04.2018

Söders Fachkräfteoffensive kann auch der Pflege helfen

bpa weist auf Potentiale der qualifizierten Zuwanderung für den Pflegesektor hin

Die von Ministerpräsident Söder angekündigte Fachkräfteoffensive muss auch der Pflege zu Gute kommen. Das fordert der bayerische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Kai A. Kasri nach der aktuellen Regierungserklärung. „Qualifizierte Zuwanderung ist einer der notwendigen Bausteine, um den Fachkräftebedarf in der Pflege zu decken. Bayern hat zum Beispiel mit zügigen Anerkennungen ausländischer Berufsabschlüsse im Gesundheitswesen schon gezeigt, wie die Rekrutierung internationaler Fachkräfte schnell gelingen kann.“

Kasri lobt dabei vor allem die vereinfachte Anerkennung von philippinischen Berufsabschlüssen, wenn Fachkräfte von dort nach Bayern einwandern wollen. „Weil die notwendigen Unterlagen zur Anerkennung bereits im Herkunftsland beglaubigt werden können, läuft in diesem Einzelfall alles schnell und reibungslos.“ Bei anderen Herkunftsländern ziehe sich der Prozess der Anerkennung jedoch oftmals noch immer über Monate hin, obwohl die Pflegekräfte dringend gebraucht werden. „Wir brauchen die vorbereitenden Beglaubigungen in deutlich mehr Herkunftsländern. Ein derart vereinfachter Ablauf gibt den Fachkräften außerdem die Sicherheit, dass bei ihrer Reise nach Deutschland schon alles geregelt ist.“

Eine Fachkräfteoffensive könnte nun noch weitere praxisnahe Unterstützungen umfassen, regt der Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle Joachim Görtz an. „Fachkräfte wollen hier nicht nur arbeiten, sondern auch wohnen. Mit der Bereitstellung von öffentlichem Wohnraum könnten gerade die Ballungsgebiete enorm an Attraktivität für zugewanderte Pflegekräfte gewinnen.“ Görtz fordert dabei vor allem die großen Kommunen zum Handeln auf. „Wenn bis 2030 allein in der Stadt München 4.200 Vollzeitstellen in der Pflege besetzt werden müssen und der Landkreis noch einmal 2.500 Fachkräfte benötigt, dann müssen alle an einem Strang ziehen.”