ANSPRUCH PFLEGEN

Aus den Landesgruppen

13.03.2017 /  NW

Regulierungen werden das Jobwachstum in der Pflege abwürgen

bpa kritisiert restriktive Pflegepolitik

Deutliche Kritik an zu viel Regulierung durch die Pflegepolitik äußerte die nordrhein-westfälische Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) im Rahmen ihres Jahresempfangs: "Beinahe jeder vierte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz in Deutschland wurde im letzten Jahr in der Altenpflege geschaffen. Zusammen mit einer Verdoppelung der Auszubildendenzahl zeigt das doch, wie attraktiv das Berufsbild ist", betonte der bpa-Landesvorsitzende Christof Beckmann. Dennoch redeten Teile der Politik den Beruf mit ständigen Forderungen nach Ausbildungsreformen, Tarifvorgaben und einer Pflegekammer schlecht. "Wenn die Arbeitsbedingungen so miserabel wären, hätten wir in NRW aktuell doch nicht 18.266 Schüler in der Pflegeausbildung, nachdem es 2012 lediglich 10.000 waren", stellte Beckmann auch an die Adresse des Staatssekretärs im Bundesgesundheitsministerium Karl-Josef Laumann klar, der als Gastredner zum Empfang des Verbandes nach Düsseldorf gekommen war.

Staatssekretär Laumann habe mit den Pflegestärkungsgesetzen der Bundesregierung den Pflegeheimen und Diensten jede Gestaltungsmöglichkeit bei den Gehältern genommen. Das werde den Jobmotor Pflege eher ins Stottern als auf Touren bringen, so Beckmann. "Viele kleine und Kleinstbetriebe können mit einem starren Tarifgefüge nicht flexibel genug auf die betrieblichen Erfordernisse reagieren. Vernünftige Rahmenbedingungen und ein familiäres Umfeld sind vielfach mehr wert als der einzelne Euro."

bpa-Präsident Bernd Meurer warnte davor, die Regeln von Markt und Wettbewerb in der Pflege immer weiter einzuschränken: "Es gibt bei uns keinen Wettbewerb über Löhne sondern über Preise. Das ist ein Grundwesen der Sozialen Marktwirtschaft. Wer aber diesen Preiswettbewerb unterbindet, wie es das Pflegestärkungsgesetz III beabsichtigt, der schaltet die Soziale Marktwirtschaft in der Pflege aus. Das ist der direkte Weg in die Einheitspflege ohne Wettbewerb. Darunter leidet dann bald die Vielfalt und die Qualität und letztendlich die Pflegebedürftigen."

Die Pressemitteilung des bpa vom 10. März 2017 steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung. Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an die Landesgeschäftsstelle unter der Telefon-Nummer 0211 - 31 13 93-0.

bpa Pressemitteilung vom 10. März 2017