ANSPRUCH PFLEGEN

Aus den Landesgruppen

12.06.2017 /  SH

Pflegende fürchten um ihre Privatsphäre

Abfrage von persönlichen Daten durch den Errichtungsausschuss der Pflegekammer verunsichert Altenpflegekräfte
Die Abfrage von persönlichen Daten durch den Errichtungsausschuss der Pflegeberufekammer sorgt für großen Ärger unter den Pflegenden in Schleswig-Holstein. Der dortige Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Mathias Steinbuck, berichtet von zahlreichen aktuellen Anfragen und Beschwerden aus den Mitgliedsunternehmen: „Die Pflegedienste und Heime wurden gesetzlich verpflichtet, die Daten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Vorläufer der geplanten Kammer weiterzuleiten. Viele Beschäftigte fühlen sich von der Kammer aber nicht vertreten und möchten auf keinen Fall in eine teure und nutzlose Mitgliedschaft gezwungen werden. Auch gegen die Weitergabe der Daten verwehren sie sich. Das ist eine Spannungssituation, durch die der Ärger der Pflegenden über die Zwangskammergründung in die Pflegeunternehmen getragen wird“, so Steinbuck. Es sei längst deutlich erkennbar, dass die geplante Kammer noch vor ihrer Gründung flächendeckend abgelehnt werde und für Frust unter den Pflegenden sorge.
„Wir haben von Anfang an kritisiert, dass die Unternehmen zu Helfershelfern einer unbeliebten Kammergründung gemacht werden und dem Errichtungsausschuss die Arbeit abnehmen sollen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in eine Mitgliedschaft zu treiben“, so Steinbuck, der seine Hoffnung in die nächste Regierungskoalition setzt: „Die CDU hat den Pflegenden in ihrem Wahlprogramm versprochen, den Kammerwahnsinn zu stoppen und stattdessen eine freiwillige und wirkungsvolle Interessenvertretung für die Pflege zu ermöglichen.“