ANSPRUCH PFLEGEN

Aus den Landesgruppen

13.04.2018 /  NW

bpa verdeutlicht in parlamentarischer Anhörung seine Position zur Zukunft der vollstationären Pflegeangebote

Sachverständige äußern sich im Gesundheitsausschuss des Landtags zum Antrag der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

In einem Antrag fordert die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN "Selbstbestimmtes Wohnen für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf in NRW weiter ausbauen" die Landesregierung u.a. dazu auf, "einen umfassenden Ausbau von Alternativen für ein selbstbestimmtes Wohnen mit intensiver Pflege und Unterstützung" zu fördern, da ihrer Ansicht nach ein Großteil der Menschen im Alter nach Angeboten "außerhalb der klassischen stationären Großeinrichtung" sucht.

Am 11. April 2018 fand  im Landtag eine Anhörung zum Antrag der Grünen statt. Im Rahmen dieser Anhörung, rückte die eigentliche Thematik des Antrags selbst in den Hintergrund und der bpa hatte Gelegenheit, den verantwortlichen Politikern die dramatische Unterversorgung bei Pflegeplätzen und in der Kurzzeitpflege zu schildern. Der bpa warnte vor einem drohenden Wegfall von ca. 20.000 von gut 160.000 Dauerpflegeplätzen und vor den bereits jetzt schon gravierenden Problemen aufgrund fehlender Kurzzeitpflegeplätze in NRW. Hier droht in über 80% der Gebietskörperschaften in NRW eine erhebliche Unterversorgung.

Der bpa sieht die Landespolitik der vergangenen Jahre verantwortlich für die Fehlentwicklungen in der Pflegeinfrastruktur und fürchtet zunehmende Brisanz noch im Jahr 2018, wenn u.a. die starre Einzelzimmerquote greift und die Heimaufsichten Belegungsstopps verhängen. Statt von einer unsinnigen kommunalen  Bedarfssteuerung Gebrauch zu machen, empfiehlt der bpa "eine Rückbesinnung auf marktwirtschaftliche Prinzipien mit einer Stärkung des in der Pflegeversicherung verankerten Wettbewerbsgedanken zwischen den Anbietern pflegerischer Leistungen".

Leidtragende sind am Ende die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen,  die in naher Zukunft u.a. keine Auswahl mehr zwischen vollstationären Pflegeeinrichtungen in ihrer Region bzw. ihrem Quartier treffen können und durch bereits jetzt schon fehlende Entlastungsangebote in der Kurzzeitpflege, die häusliche Versorgungssituation von pflegenden Angehörigen enorm geschwächt wird - und diese Situation wird  sich vor dem Hintergrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung in Zukunft noch verschärfen.

Für ausführliche Informationen stehen Ihnen hier die Stellungnahme des bpa zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie das Positionspapier und die Einschätzung zur Situation der vollstationären Pflege zum Download zur Verfügung.

bpa Stellungnahme zum Antrag BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum selbstbestimmten Wohnen