ANSPRUCH PFLEGEN

Studien / Gutachten

Hier finden Sie eine Auswahl von Studien und Gutachten, die im Auftrag des bpa erstellt wurden.

Gutachten zur Rolle der privaten Pflegeanbieter

Private Anbieter als Garanten für flächendeckende Pflegeversorgung

Das Gutachten „Die Rolle der privaten Anbieter in der Pflegeversorgung in Deutschland“ von Prof. Dr. Heinz Rothgang (Universität Bremen) räumt mit dem Vorurteil auf, die privaten Pflegedienst- und Pflegeheimbetreiber wären nur auf Profit aus, worunter die Qualität der Versorgung leiden würde.

Wie die 100-seitige Studie des Ökonomen eindeutig belegt, ist das Gegenteil der Fall: Ohne die privaten Pflegeanbieter und deren Investitionen wäre die Versorgung nicht sichergestellt, und eine flächendeckende Pflegeinfrastruktur in Deutschland wäre nicht vorhanden – nicht zuletzt, weil die Hälfte aller Pflegeeinrichtungen gar nicht existieren würde. Es gäbe weder einen Wettbewerb um die optimale Versorgung noch um die besten Konzepte und Leistungen.

Private Unternehmen stehen häufig persönlich – insbesondere als vor Ort verankerte Familienunternehmen – und mit ihrem Eigentum und Kapital für den Auf- und Ausbau der qualitativ hochwertigen Infrastruktur der pflegerischen Versorgung ein. Sie garantieren die pflegerische Versorgung vor Ort und sind zugleich Jobmotoren.

Das Gutachten bestätigt eindrücklich: Die private Pflege kann mit Stolz auf die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und voller Zuversicht auf die nächsten Jahre blicken.

Das vollständige Gutachten finden Sie hier.

Die Pressemitteilung anlässlich der Vorstellung des Gutachtens am 18. September 2015 in Berlin finden Sie hier.

Ein ausführlicher Bericht zur Rothgang-Studie erschien am 2. Oktober 2015 in der „Care-Invest“-Ausgabe Nr. 20, www.careinvest-online.net.

Neue Studie: Vereinbarkeit von Familie und Pflegeberuf

Familienbewusste Personalpolitik – gemeinsame Studie von Uni Kiel, DIHK Berlin, „Erfolgsfaktor Familie“ und dem bpa.

Um dem Fachkräftemangel erfolgreich zu begegnen, setzen Pflegeeinrichtungen zunehmend auf Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dies bestätigen Ergebnisse einer bundesweiten Befragung unter rund 350 Pflegeeinrichtungen, die der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), der DIHK Berlin und das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ sowie die Universität Kiel durchgeführt haben. „Die Studie zeigt, dass das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den Pflegediensten und Einrichtungen angekommen ist und dass diese viel unternehmen, um ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine familienfreundliche Arbeit zu ermöglichen. Dennoch gibt es noch Potenzial“, sagt Bernd Tews, bpa-Geschäftsführer. „Über 80 Prozent der befragten Einrichtungen können offene Stellen nicht sofort besetzen, bei der Hälfte dauert dies oft länger als sechs Monate“, so Tews, der darauf hinweist, dass mittelständische und kleine Träger besonders hart betroffen sind. Bereits aktiv seien die Einrichtungen bei der familienbewussten Arbeitszeitgestaltung: „In ambulanten Einrichtungen arbeitet über die Hälfte der Beschäftigten in Teilzeit – in stationären rund ein Drittel – in über 70 Prozent der Einrichtungen gibt es Maßnahmen zur Sicherstellung verlässlicher Dienstzeiten, und knapp zwei Drittel bieten speziell auf Eltern abgestimmte Arbeitszeitmodelle“, erläutert der bpa-Geschäftsführer.

Nachholbedarf wird hingegen bei der Kinderbetreuung gesehen. „Zwar unterstützen 70 Prozent der Einrichtungen ihre zumeist weiblichen Beschäftigten speziell beim Wiedereinstieg und rund ein Drittel bei der Kinderbetreuung“, sagt Sofie Geisel, Projektleiterin beim Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“. „Doch immerhin 60 Prozent gaben an, dass ihnen Förderprogramme oder entsprechende  Unterstützungsmöglichkeiten bei der Kinderbetreuung gar nicht bekannt sind. Gleiches gilt für andere Serviceleistungen für Beschäftigte mit familiären Verpflichtungen.“

Dass Vereinbarkeitsangebote Beschäftigte binden, spiegelt sich unter anderem darin wider, dass fast 80 Prozent der Befragten einen positiven Zusammenhang zwischen gesicherter Betreuung und Arbeitszufriedenheit sehen. 54 Prozent sind zudem der Auffassung, dass familienfreundliche Aktivitäten die Produktivität der Beschäftigten erhöhen. Ein Drittel verweist zudem auf handfeste wirtschaftliche Vorteile, beispielsweise kürzere Elternzeiten oder weniger Fluktuation.

Altenpflege: Vereinbarkeit von Beruf und Familie – gute Beispiele aus der Praxis

Basierend auf den Ergebnissen der gemeinsamen Studie zur besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege mit der Universität Kiel haben der bpa und das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ die gemeinsame Broschüre „Altenpflege: Vereinbarkeit von Beruf und Familie – gute Beispiele aus der Praxis“ erarbeitet. Ziel der Publikation ist es, anhand zahlreicher und vorbildhafter Beispiele aus der Pflegepraxis die Bandbreite der Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Träger und Pflegekräfte dezidiert aufzuzeigen.

Die Broschüre „Altenpflege: Vereinbarkeit von Beruf und Familie – gute Beispiele aus der Praxis“ finden Sie hier.

Pflegeheime sind besser als ihr Ruf / Studienergebnisse vorgestellt

Aus Umfragen geht immer wieder hervor, dass die meisten Bundesbürger im Falle einer Pflegebedürftigkeit zu Hause versorgt werden wollen. Allerdings wurden in den entsprechenden Studien überwiegend nicht konkret betroffene Personen befragt. Um bei Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen die Einstellung zur häuslichen Versorgung in Abgrenzung zu Pflegeheimen auszuloten, hat der bpa mithilfe der GMS Dr. Jung GmbH zwischen Dezember 2012 und Juni 2013 sowohl eine quantitative als auch eine qualitative Studie durchgeführt. Eine Zusammenfassung mit Schlussfolgerungen wurde im Rahmen eines Pressegesprächs am 18. September 2013 vorgestellt.

Die Ergebnisse der Umfrage sind ein deutlicher Wink an die Gesetzgeber in Bund und Ländern, sich nicht einseitig auf eine Versorgungsform festzulegen. Dies könnte verheerende Folgen haben, weil dadurch an den realen Wünschen und Bedürfnissen vorbeigeplant, -investiert und -eingerichtet würde. Außerdem stellte sich heraus, dass es falsch wäre, die Versorgungsform des Pflegeheims einfach auslaufen zu lassen.
Das lässt sich aus den Interviews mit 103 Pflegebedürftigen in Heimen und ihren Angehörigen schließen. Hauptmotiv für den Wechsel war eine dramatische Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Betroffenen. Trotz weniger Nachteile überwiegt nach der Eingewöhnungsphase aber die positive Einstellung zur Pflege und Betreuung im Heim deutlich. Dies bestätigen sowohl die Pflegebedürftigen als auch ihre Angehörigen.
Bernd Meurer fordert deshalb, die Heimpflege nicht weiter als "Stiefkind" zu behandeln. "Ab einem gewissen Krankheitsbild, aber auch wegen der familiären und finanziellen Situation, ist es für viele nicht mehr zu schaffen, die Mutter oder den Vater daheim zu versorgen", erklärte der bpa-Präsident während des Gesprächs mit Medienvertretern. Eine Politik, die sich nur auf die ambulante Versorgung fokussiere, sei "schlichtweg falsch".

Die Studie, die Charts der entsprechenden Power-Point-Präsentation und eine Zusammenfassung als PDF aus dem bpa-Magazin stehen zum Download bereit.

Medizinisches Gutachten: Ist die Versorgung der Austrittsstelle des suprapubischen Katheters durch Pflasterverband notwendig?

Medizinisches Gutachten von Dr. med. Andreas H. Wille zum suprapubischen Katheter: Ist eine Versorgung der Austrittsstelle des suprapubischen Katheters durch Pflasterverband auch erforderlich, wenn die Austrittsstelle längere Zeit nicht entzündlich ist.

Gutachten Erstbesuch

Im Auftrag des bpa hat Prof. Dr. Stefan Görres, Universität Bremen, das Gutachten „Grundlagen zur Bemessung des Erstgesprächs/Erstbesuchs in der ambulanten Pflege“ vorgelegt. Ergebnis: Der Erstbesuch ist eine zwingend erforderliche Leistung, die gegenwärtig in allen Bundesländern – sowohl bezüglich des Umfanges, als auch hinsichtlich der Vergütung – erheblich unterbewertet ist. Ohne eine entsprechende Aufwertung seien weder die pflegefachlichen noch die im Rahmen der Qualitätsprüflinie (QPR) überprüften fachlichen Anforderungen zu bewältigen.

Gutachten bestätigt: Mehr Zeit für Leistungen der häuslichen Krankenpflege erforderlich

Für wesentliche Leistungen der häuslichen Krankenpflege sind erheblich längere Leistungszeiten und eine damit verbundene leistungsgerechte Vergütung erforderlich. Zu diesem Ergebnis kommt das hier vorliegende Gutachten von Prof. Dr.  Sabine Bartholomeyczik.

Gutachten zu rechtlichen Fragen bei einem neutralen Entlassungsmanagement aus dem Krankenhaus

Das Gutachten prüft, ob es rechtlich zulässig ist, dass Krankenhäuser die Aufgaben des Entlassungsmanagements auf einen externen Anbieter in privatwirtschaftlicher Rechtsform, z. B. auf eine GmbH & Co. KG, übertragen.

Urologisches Gutachten: Aufwand für die Einmalkatheterisierung im Vergleich zur Dauerkatheterisierung

Der Urologe Dr. Burgdörfer, Hamburg, untersucht den Aufwand für die Einmalkatheterisierung durch Pflegedienste im Vergleich mit einer Dauerkatheterisierung. Die Richtlinien zur häuslichen Krankenpflege werden dabei einbezogen.

Gutachten zur Rechtmäßigkeit der einseitigen Vermittlung von Pflegediensten durch Krankenhäuser

Anhand verschiedener rechtlicher Kriterien wird geprüft, welche Konstellationen zulässig sind, wenn Krankenhäuser Patienten an Pflegedienste zuweisen.

HLT-Studie zu den Wegepauschalen in Hessen

Da es bei Vergütungsverhandlungen immer wieder zu Auseinandersetzungen um den zeitlichen und Wege-Aufwand für Hausbesuche und die Praxis der Tourenplanung in der ambulanten Pflege gekommen ist, wurde die vorliegende wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben. Sie liefert konkrete Zeitangaben, wie lange die tatsächlichen Wegezeiten für die Haus- besuche der ambulanten Dienste tatsächlich sind.

Einzelpflegekräfte: Kurzfassung zum Gutachten zur Gesetzesänderung des § 77 SGB XI und den damit verbundenen Folgen für die Praxis

Durch die Pflegereform 2008 haben die Kassen die Möglichkeit, nicht nur mit zugelassenen Pflege- einrichtungen, sondern auch mit Einzelpflegekräften Verträge zu schließen. Dazu hat der bpa ein Rechtsgutachten erstellen lassen. Es stellt klar, dass die Qualitätsanforderungen der Pflegeversicherung auch für Einzelpflegekräfte gelten müssen. Zudem weist das Gutachten auf die Gefahr hin, dass Einzelpflegekräfte scheinselbständig sein können.