ANSPRUCH PFLEGEN

bpa MECKLENBURG-VORPOMMERN

Bundesverband privater
Anbieter sozialer Dienste e.V.
Landesgeschäftsstelle Mecklenburg-Vorpommern

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Aktuelles aus Mecklenburg-Vorp.

14.08.2012

Laut und leise für eine bessere Vergütung der häuslichen Krankenpflege

Ein Hupkonzert setzt das Startsignal zu 10 Tagen Mahnwache in Rostock

Auf der 25. Demonstration der Pflegedienste in Mecklenburg-Vorpommern wurde es heute wieder laut. Mit über 200 Fahrzeugen bildeten sie einen Korso durch die Innenstadt und sorgten mit einem andauernden Hupkonzert für Aufmerksamkeit für ihre Proteste gegen die Dumpingpreise, die seit August gelten. Der laute Zug durch die Hansestadt war heute aber nur der Anfang des Protestes gegen die Vergütungskürzungen in der häuslichen Krankenpflege, die die Krankenkassen AOK Nordost und IKK Nord sowie der Verband der Betriebskrankenkassen maßgeblich zu verantworten haben.

Neben der Demonstration stellen die Rostocker Pflegedienste ab heute vor der AOK Geschäftsstelle Rostock eine Mahnwache auf. „Wir werden die Mahnwache nahezu rund um die Uhr besetzen, bis die Krankenkassen die Absenkungen der Preise zurücknehmen. Die Schichten sind bereits organisiert“, erzählt Jörg Fiedler, Referent für Pflegedienste der Caritas Mecklenburg e.V. entschlossen. Die Mahnwache wird täglich von früh morgens bis 18:30 Uhr jeweils von mindestens zwei Mitarbeitern eines Pflegedienstes besetzt sein. Das Ziel: Die Pflegenden wollen die Mitbürger permanent und noch intensiver auf die Vergütungskürzungen hinweisen und über die Folgen für die Pflegedienste informieren.

„Keiner der Beteiligten wird die blockierende Haltung der Kassen stillschweigend hinnehmen. Im Gegenteil: Die Pflege steht geschlossen zusammen und ist bereit sich gegen die Kürzungen im Interesse der Patienten und der eigenen Existenz einzusetzen. Wir werden uns gegen das Vorgehen der Krankenkassen wehren und das mit wachsendem Engagement. Das wir auf dem richtigen Weg sind zeigt die breite Unterstützung in der Bevölkerung und insbesondere seitens der gesamten Politik“, so Ulrike Kohlhagen, bpa Vorstandsmitglied (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.).

Das zeigte sich abermals gestern, denn die Brandenburgische Gesundheits­ministerien Anita Tack, der die Aufsicht der AOK Nordost obliegt, rief die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns Manuela Schwesig und Vertreter der AOK Nordost zum Gespräch nach Potsdam. Schwesig mahnte bereits im Vorfeld, die Pflege brauche Anerkennung und das müsse sich auch in der Bezahlung und in den Leistungen für die Pflegebedürftigen niederschlagen. Morgen setzen die Kassen und Leistungsanbieter ihre Gespräche fort. Ob das ein neuer Hoffnungsschimmer sein kann und die Pflegenden auf positive Nachrichten hoffen dürfen, werden die nächsten Tage oder Wochen zeigen. Bis dahin werden die Proteste in Mecklenburg-Vorpommern uneingeschränkt fortgesetzt.

Bilder zur Demonstration am 14.08.2012 in Rostock