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bpa MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Aktuelles aus Mecklenburg-Vorp.

17.08.2012

AOK Nordost verwechselt ernstzunehmende Angebote mit eigener PR Arbeit

Pflegedienste stellen Behauptungen richtig, Krankenkassen lehnen bisher Verhandlungen ab und lancieren Fehlinformationen über Gespräche

Zum seit Wochen andauernden Streit in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) zwischen den Krankenkassen AOK Nordost und IKK Nord sowie teils dem Landesverband der BKK, gab es nach massiven Protesten der Pflege und einer breiten Solidarität erheblichen öffentlichen und politischen Druck auf diese. Die Pflege hat die Aufnahme von Verhandlungen und eine Rücknahme der drastischen Vergütungskürzungen von im Durchschnitt 8 bis 18 % gefordert. Die AOK Nordost sowie die anderen Kassen waren max. zu Gesprächen bereit. Bisher fanden drei erfolglose Gesprächsrunden statt. Die Atmosphäre wurde gelobt, jedoch konnte bisher noch keine Annäherung in der Sache erzielt werden. Vereinbart war nur gemeinsam Inhalte zu verkünden.

„Erneut hält sich die AOK Nordost nicht an Absprachen und lässt verkünden sie hätte konkrete Korrekturen bei den Fahrtkosten und bei Einsatz von Fachkräften angeboten. Richtig ist sie hat Verhandlungen bisher abgelehnt und in den Gesprächen verschiedene Szenarien angesprochen und als Voraussetzung die Einstellung der Demonstrationen gefordert. Seit Wochen kämpfen wir für faire Löhne, unsere Mitarbeiter engagieren sich in ihrer Freizeit unermüdlich, um ihre Existenz zu sichern, die Pflege der Patienten wird uneingeschränkt aufrecht erhalten und wir werden dargestellt, als bremsten wir die Verhandlungen und verhinderten neue Ergebnisse – das entspricht nicht den Tatsachen“, so Michael Händel engagiert, bpa Vorsitzender in M-V.

„In den Gesprächen wurden vor allem zwei strittige Punkte identifiziert: zum einen die tatsächliche Berücksichtigung bei der Versorgung durch Fachkräfte und die deutlich reduzierte Wegepauschale (-20%)“, betont Bernd Tünker, Liga Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege im Land. Er ergänzte, die Kassen hätten eine Möglichkeit erörtert, die Vergütung um 0,11 EUR für Fachkräfte zu erhöhen. Zu den Wegegebühren wurde lediglich ein ausgabenneutrales Umverteilen zwischen Stadt und Land in Erwägung gezogen Die Auswirkung liegen bei 1 % gegenüber stehen massiven Absenkungen von 8 bis 18%. „Wer Verhandlungen ablehnt, nur Vorschläge diskutiert, welche dann derartig indiskutabel sind, sollte hinterher nicht darstellen, er habe auch nur im Ansatz zur Lösung des Konfliktes beigetragen“, so Tünker.

Die Leistungserbringerverbände betonen, jederzeit verhandlungsbereit zu sein: „Wir stehen konstruktiven Vorschlägen zur Lösung der strittigen Fragen offen gegenüber. Wir brauchen dringend eine Lösung und keine weiteren Ankündigungen oder Eskalation. Um das zu erreichen, rufen wir zu einem fairen und vertrauensvollen Miteinander auf.“