ANSPRUCH PFLEGEN

bpa MECKLENBURG-VORPOMMERN

Bundesverband privater
Anbieter sozialer Dienste e.V.
Landesgeschäftsstelle Mecklenburg-Vorpommern

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Aktuelles aus Mecklenburg-Vorp.

21.08.2012

Unmut schwelt, Wut wird größer, Hoffnung bleibt

Unermüdlich protestieren die Pflegenden in Mecklenburg-Vorpommern weiter. Rostocker Mitarbeiter der Pflegedienste taten es heute den Kollegen in Schwerin nach und gingen symbolisch trauernd in Schwarz auf die Straßen der Hansestadt. Der Unmut über die Vergütungsabsenkungen in der häuslichen Krankenpflege ebbt nicht ab – im Gegenteil. Die Wut nimmt zu, denn die beteiligten Krankenkassen – im Wesentlichen die AOK Nordost und IKK Nord – machen mit falschen Zahlen Stimmung gegen die Pflege.

„Es ist eine Frage der Zeit, wann der Geduldsfaden reißen wird“, so Michael Händel, Vorstand im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. in Mecklenburg-Vorpommern (bpa). „Erst sind die Pflegenden die Opfer derer, die die Preise über die Köpfe der Leistungsanbieterverbände hinweg bestimmen und nun wird ihnen der schwarze Peter zugeschoben, weil ihre Forderungen angeblich zu hoch sind. Das ist der Gipfel. Wir sollen mit 17 % Absenkung glücklich sein, anstelle mit 18%? Diese Gebaren tragen keinesfalls zur Entspannung bei, sie schaffen nur zusätzlichen Unmut. Zumindest hatte die AOK erstmals zugegeben, dass die Vergütung deutlich abgesenkt wurde“, so Händel weiter.

Die Verbände der Leistungsanbieter sind sich einig – so kann man nicht von ernsthaften Annäherungsbemühungen sprechen und dennoch wollen sie das Gespräch mit den sich quer stellenden Krankenkassen weiter suchen. „Wir begrüßen die Unterstützung der Sozialministerin Manuela Schwesig, die Suche nach einem Mediator aktiv voranzutreiben. Wir warten täglich auf einen Vorschlag. Wir stehen weiter zu unserem Wort, dass wir alles versuchen werden, um einen Weg für die Pflegedienste zu verhandeln und hoffen, dass wir durch einen Vermittler zu einer Lösung finden. Wenn dies misslingt, sind die Folgen für alle Bundesländer kaum abschätzbar“, so Bernd Tünker besorgt, Vorsitzender der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Seit neun Wochen solidarisieren sich eine Vielzahl Politiker bis Mitbürger im Land. Die Pflegenden selbst erhalten die Versorgung der Patienten aufrecht und organisieren engagiert ihre Proteste. Und sie sind bereit, weiter zu machen, bis eine Einigung in dem Konflikt erzielt wird. Mittlerweile bieten Pflegekollegen anderer Bundesländer ihre aktive Unterstützung an. „Wir wollen eine Lösung, und wenn uns Kollegen dabei helfen, freuen wir uns. Wir beraten zurzeit nur noch darüber, wie wir die Unterstützung bestmöglich nutzen können“, so Tünker abschließend.

Bilder zur Demonstration am 21.08.2012 in Rostock