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Aktuelles aus Mecklenburg-Vorp.

28.08.2012

Pflege hofft neu und demonstriert weiter

Erste Sondierungsgespräche mit Mediatorin Ulla Schmidt bereits in dieser Woche - bis zur Lösung wird weiter demonstriert

Während in Schwerin Mecklenburg-Vorpommerns (M-V) Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD), die zur Schlichtung des Vergütungsstreites gewonnene Ulla Schmidt (SPD), die Vertreter der Leistungserbringerverbände und die der beteiligten Krankenkassen AOK Nordost und IKK Nord nach dem Auftakt zu neuen Gesprächen vor die Presse treten, gehen in Rostock die Demonstrationen weiter. Die Pflegedienste hoffen auf das Vermittlungsgeschick der erfahrenen Gesundheitspolitikerin, setzen aber in Rostock ihren Protest gegen die Dumpingpreise fort.

Vergangenen Freitag erst verkündete das Sozialministerium M-V, Ulla Schmidt übernähme die Mediation in den festgefahrenen Gesprächen zwischen allen Verbänden der Leistungserbringer und den Krankenkassen AOK Nordost und IKK Nord. Bereits heute starteten die Verhandlungsparteien unter dem Vorsitz von Mediatorin Ulla Schmidt in die neuen Gesprächsrunden. Ulla Schmidt zeigte sich zuversichtlich. Sie machte klar, dass die Aufgaben bei den Verhandlungspartnern lägen, sie aber dafür sorgen möchte, dass der Konflikt binnen 14 Tagen gelöst werde. Die ersten Sondierungsgespräche wird es bereits am Donnerstag und Freitag geben.

„Wir danken der Sozialministerin für ihr Engagement für die Pflegedienste in Mecklenburg-Vorpommern und Ulla Schmidt dafür, dass sie die Mediation übernimmt. Wir nehmen sie beim Wort und hoffen auf die entscheidende Impulse, die zu einer Lösung führen“, so Michael Händel, Vorsitzender der bpa Landesgruppe M-V. „Die Mediation eröffnet uns allen die neue Chance, schnell zu einer Lösung zu kommen, um nicht nur die Existenzen der Pflegedienste und der Pflegenden, sondern auch die Versorgung im Land zu sichern,“ ergänzt Bernd Tünker, Vorsitzender der  Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in M-V e. V.

Während in Schwerin neue Hoffnung auf eine Lösung aufkeimt, machen die Pflegedienste in Rostock wieder Lärm. Sie verweisen abermals auf Ihre Not durch die Vergütungsabsenkungen. „Langfristig werden Arbeitsplätze in MV gefährdet, denn die Pflegefachkräfte werden in andere Bundesländer wechseln, weil dort die Krankenkassen bereit sind, anständig zu zahlen“, warnt Susanne Pletowski, Vizepräsidentin des bpa, die heute erneut als Rednerin zur Kundgebung nach Rostock kam. „Die ambulante pflegerische Versorgung in der Region Rostock wird ohne Not aufs Spiel gesetzt“, so Dieter Eichler, Geschäftsführer des Häuslichen Kranken- und Pflegedienstes Barbara Joseph und fordert alle Beteiligten auf, schnell unter Moderation von Ulla Schmidt zu einem Ergebnis zu kommen. Denn: Seit Jahren stagnieren die Vergütungen. „Die Pflegedienste brauchen ausreichend Zeit für die kranken Patienten und faire Entlohnungen. Unanständige Preise unterhalb der Grenze des Mindestlohns lehnen wir ab! Die stellen die Qualität der Pflege in Frage und gefährden die Versorgung“, so Pletowski abschließend.

Bilder zur Demonstration am 28.08.2012 in Rostock

Demo in Rostock