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12.01.2022

Beschäftigung in der niedersächsischen Pflege wächst schneller als Gesamtwirtschaft

bpa fordert beschleunigte Anerkennung internationaler Pflegekräfte, um den Jobzuwachs fortsetzen zu können

In der niedersächsischen Pflege ist die Beschäftigung im zurückliegenden Jahr deutlich schneller gewachsen als in der Gesamtwirtschaft. Darauf macht der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) aufmerksam.

Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit weisen im Bereich „Heime und Sozialwesen“, zu dem in erster Linie die Pflegeeinrichtungen gehören, für den Zeitraum September 2020 bis September 2021 ein Wachstum von 2,9 Prozent aus, während die Beschäftigungszahlen in der Gesamtwirtschaft nur um 1,8 Prozent zugenommen haben. Das bedeutet ein Plus von 7.500 Stellen auf insgesamt 267.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in diesem Bereich.

„Das reicht nicht, dieser Erfolg muss verstetigt und weiter beschleunigt werden“, sagt die niedersächsische bpa-Landesvorsitzende Ricarda Hasch. „Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst deutlich schneller, und zudem müssen in den nächsten Jahren viele Pflegekräfte ersetzt werden, die in den Ruhestand gehen.“

Dabei sieht Hasch das Land Niedersachsen konkret in der Pflicht: „Neben der Ausbildung, Umschulung und der Erleichterung des Wiedereinstiegs von Pflegefachkräften müssen die Anstrengungen für die Anwerbung aus dem Ausland, aber insbesondere die bürokratischen Abläufe deutlich verschlankt und die Anerkennung der internationalen Kräfte erheblich beschleunigt werden, um den zunehmenden Bedarf zu decken.“

Auch bei der Umsetzung des Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetzes, nach dem die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich durch den Einsatz zusätzlicher qualifizierter Pflegehilfskräfte möglichst schnell verbessert werden soll, müsse Niedersachsen seinen zeitraubenden Sonderweg verlassen. „Während hier eine zweijährige Ausbildung zur Pflegeassistenz verlangt wird, können Pflegehilfskräfte in anderen Bundesländern deutlich schneller anerkannt werden. Das bremst die Entwicklung in Niedersachsen und hemmt die Pflegekräfte in ihrer Entwicklung“, kritisiert Hasch.