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16.11.2018

Altenpflege und Krankenpflege nicht gegeneinander ausspielen

Wissenschaft und private Pflegeunternehmen fordern auf bpa-Fachtagung in Köln Gesamtstrategie für die Pflege

Führende deutsche Pflegewissenschaftler und Vertreter der privaten Pflege haben auf der großen bpa-Fachtagung in Köln eine Gesamtstrategie für die Sicherung des Personalbedarfs und die Versorgung von Pflegebedürftigen gefordert. „Die jetzt durch die Bundesregierung beschlossenen Personalverbesserungen in Krankenhäusern schaden schon jetzt der Altenpflege“, sagte der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Bernd Meurer.

„Weil Kliniken alle Pflegestellen gut finanziert bekommen, nimmt der Sog zu, der Kräfte aus der Altenpflege abzieht. Altenpflege und Krankenpflege dürfen aber nicht gegeneinander ausgespielt werden.“ Meurer forderte gleichzeitige Stärkungsmaßnahmen für die Altenpflege.

Auch der Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Michael Isforth vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) e.V. riet der Politik von Einzelmaßnahmen ab. „Was fehlt, ist eine sektorenübergreifende Strategie zur Versorgungssicherheit aus der Perspektive der Pflege.“ Sonst würden Krankenhäuser weiterhin mit hohen Prämien Fachkräfte aus der Altenpflege abwerben. Der Bremer Versorgungsforscher Prof. Dr. Heinz Rothgang warnte davor, Verbesserungen für Pflegende durch steigende Eigenanteile allein zu Lasten der Pflegebedürftigen zu finanzieren. „Das Ganze muss zu Ende gedacht werden“, so Rothgang, der sich erneut für eine grundsätzliche Reform der Pflegefinanzierung aussprach.

Die rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des nordrhein-westfälischen bpa-Fachtages verfolgten zudem Praxisimpulse zur Personalgewinnung aus bpa-Mitgliedsunternehmen und von der bpa-Bildungstochter apm GmbH und diskutierten aktuelle politische Entwicklungen mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sowie dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus.