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26.11.2019

Versorgungslücken in der Pflege: Auswärtiges Amt blockiert Entlastung

bpa fordert schnellere Visaverfahren in den Botschaften

Um die Pflege in Rheinland-Pfalz zu sichern, müssen die Visaverfahren von Pflegekräften besonders aus den West-Balkanländern beschleunigt werden. „Dort warten hochmotivierte und gut ausgebildete Fachkräfte darauf, nach Deutschland kommen zu dürfen, bekommen aber ein Jahr lang nicht einmal einen Botschaftstermin für die Visabeantragung“, kritisiert der Präsident und rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Bernd Meurer. „Deutschland muss sich auf EU-Ebene für eine schnelle Annäherung an Staaten wie Kosovo, Albanien oder Mazedonien einsetzen.“

„Der West-Balkan gehört zu Europa“, sagte Meurer vor Vertreterinnen und Vertretern der mehr als 500 rheinland-pfälzischen bpa-Mitgliedsunternehmen in Mainz. Beim Besuch einer Berufsmesse im Kosovo habe er vor wenigen Tagen erlebt, wie viele junge Menschen nur darauf warten, nach Deutschland zu kommen und in der Altenpflege zu arbeiten. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich kürzlich persönlich vor Ort für die Einwanderung von Pflegekräften stark gemacht.

„In Deutschland fehlen heute zehntausende Pflegefachkräfte und die Botschaften auf dem Balkan halten motivierte Bewerber tausendfach davon ab, uns bei der Lösung dieser Probleme zu helfen“, erneuerte Meurer seine Kritik am Auswärtigen Amt. „Außenminister Heiko Maas könnte der Pflege in Deutschland im Augenblick mehr helfen als jedes andere Mitglied der Bundesregierung. Es ist nicht zu begreifen, dass er es nicht tut. Wenn nur 50 Visabeamte mehr auf dem Balkan eingesetzt würden, hätten wir in einem halben Jahr keine Personalprobleme mehr, weil internationale Fachkräfte unsere Pflegeteams entlasten“, so Meurer. Das Auswärtige Amt nehme sich aber nicht einmal die Zeit für ein Gespräch über die problematische Situation in den Botschaften.