ANSPRUCH PFLEGEN

Aktuelles

19.06.2020

bpa.offener brief

Sehr geehrte Ministerinnen und Minister und Senatorinnen und Senatoren für Gesundheit der Länder,

die Pflegekräfte in unseren Einrichtungen dürfen zu Recht erwarten, dass sie nicht als Verhinderer von Kontakten dargestellt werden, sondern als diejenigen, die in der Krise da waren und so manchen fehlenden Kontakt ausgeglichen haben. Mit Ihrem abgestimmten Statement zur Lockerung der Besuchseinschränkungen anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz vom 18.06.2020 formulieren Sie die Erwartung einer deutlichen Steigerung der Kontakte innerhalb und außerhalb unserer Pflegeheime bei maximalem Infektionsschutz.

Die Widersprüchlichkeit dieser öffentlichen Forderung dürfte Ihnen bekannt sein. Sie zeigen mit dem Finger direkt auf die Verantwortlichen der Heime und schaffen erneut eine unlösbare Aufgabe, bei der diejenigen sich profilieren, die nicht vor Ort entscheiden müssen. Uns ist mit unvereinbaren Forderungen nicht geholfen. Der lock down galt zuvorderst dem Schutz der besonders von einer Infektion gefährdeten Personen, um die wir uns bestmöglich gekümmert haben.

Sagen Sie uns, dass und in welchem Umfang vermeidbare Risiken eingegangen werden sollen und stehen Sie auch dann an unserer Seite, wenn nicht vermiedene Risiken zu Infektionen führen. Wenige Bundesländer lassen diese Bereitschaft bereits erkennen, bei den anderen fehlt sie uns.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Meurer
Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)