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26.10.2020

Pflegeausbildung: „Erst den Bestand sichern, dann weiter ausbauen“

bpa fordert stärkere Unterstützung bestehender Pflegeschulen statt eines weiteren Wettbewerbs um zu wenig Lehrkräfte

Zur Ankündigung der nordrhein-westfälischen Landesregierung, Millionen in den Aufbau zusätzlicher Pflegeschulplätze zu investieren, sagt der NRW-Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. Christof Beckmann:

„Die NRW-Landesregierung muss die Schulkapazitäten ausbauen ohne die Existenz der bestehenden Schulen und die Entwicklungen der flächendeckenden Pflegeausbildung in NRW zu gefährden. Schon jetzt gibt es für die vorhandenen Schulen zu wenig Lehrkräfte. Wenn jetzt neue Schulplätze aufgebaut werden sollen, nämlich an Krankenhäusern weitere 5.000 Schulplätze und in davon unabhängigen Pflegeschulen, die nicht an Krankenhäuser gebunden sind, noch einmal 7.000 Plätze, dann wird der Lehrermangel noch gravierender ausfallen, weil dafür rund 500 zusätzliche Lehrkräfte gebraucht werden.

Das wird zu einem noch stärkeren Wettbewerb um fehlende Pflegepädagoginnen und -pädagogen führen. Die Pflegeschulen kannibalisieren sich untereinander. Das Nachsehen werden vor allem die früheren Fachseminare haben, die keinerlei Investitionskosten vom Land bekommen und deshalb schlechter finanziell ausgestattet werden. Von dort werden Lehrkräfte an neu geschaffene und komfortabel finanzierte Schulen abwandern. Am Ende kommt kaum ein Schulplatz mehr dabei heraus.

Die Reihenfolge muss lauten: Das Versprechen der Länder, die Investitionskosten der Pflegeschulen zu finanzieren, einlösen und den Bestand sichern und gern parallel die Schulkapazitäten ausbauen. Der heute angekündigte Weg gefährdet die Existenz der bestehenden Schulen, die ohne Investitionskosten und dringend benötigte Lehrkräfte ausbluten. So entsteht Schaden an der gut ausgebauten Schulstruktur im Land.“