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11.12.2020

Im Lockdown: Kitas und Horte müssen für Kinder der Pflegekräfte offenbleiben

bpa Sachsen mahnt: Fehlende Kinderbetreuung gefährdet Versorgungssicherheit in den Pflegeeinrichtungen

Der Lockdown ab dem 14. Dezember 2020 im Freistaat Sachsen ist wegen der hohen Corona-Inzidenzwerte folgerichtig. Kitas und Horte müssen allerdings unbedingt offenbleiben, fordert der Landesverband Sachsen des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). „Damit Pflegeeinrichtungen und Pflegekräfte ihre systemrelevante Aufgabe weiter erfüllen und sich bestmöglich um die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen kümmern können, dürfen sie nicht durch Kita- und Hortschließungen ausgebremst werden“, sagt Igor Ratzenberger, der sächsische bpa-Landesvorsitzende.

Dabei haben die Pflegeeinrichtungen schon bisher mit erhöhter Arbeitsbelastung durch die pandemiebedingten Hygienemaßnahmen und Schnelltests sowie mit krankheitsbedingten Personalausfällen zu kämpfen. Ratzenberger: „Für die Pflegekräfte und Einrichtungen, die sich bereits seit Wochen am Rande ihrer Leistungsgrenzen befinden, wäre das Ende der Kinderbetreuung eine zusätzliche Herausforderung, die im Hinblick auf die anstehenden Feiertage nicht gestemmt werden kann. Wir haben schlicht keine Pflegekräfte mehr, um die Mitarbeiter mit Kindern zu ersetzen, wenn diese ausfallen. Wir brauchen deshalb ganz dringend eine Kindernotbetreuung für systemrelevante Berufe. Hierzu sind verlässliche Vorgaben seitens der Politik unerlässlich.“

Der bpa Sachsen fordert mit seinen über 800 Mitgliedsunternehmen die sächsische Landesregierung auf, für die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegeeinrichtungen und der Eingliederungshilfe eine Notbetreuung zu sichern und die Öffnungszeiten der Kitas und Horte orientiert an deren Schichtarbeitszeiten aufrecht zu erhalten.

Ratzenberger: „Die Pflegekräfte arbeiten seit Monaten weit über ihrem Limit und sorgen dafür, dass in diesen schweren Zeiten viele Risikogruppen entsprechend geschützt und versorgt werden. Das Letzte, was sie jetzt brauchen, sind zusätzliche Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden.“