ANSPRUCH PFLEGEN

Aus den Landesgruppen

06.08.2021 /  NW

Coronaregelungen - Impfinformationen - Ausnahmeregelungen Qualifikationsmaßnahmen - Rettungsschirm

Corona Update Pflege

Auch heute möchten wir Sie zum Wochenende wieder über aktuelle Neuerungen zum Thema „Corona“ informieren.

  • Verlängerung der Coronaregelungen

Die Corona-Test-und-Quarantäneverordnung ist bis zum 19. August 2021 ohne inhaltliche Änderungen verlängert worden.

  • Impfinformationen: Auffrischungsimpfungen im Herbst

Die Gesundheitsministerkonferenz hat am 2. August 2021 die Schaffung des Angebots von Auffrischimpfungen ab September 2021 beschlossen. Als Grundlage hierfür dienen erste Studienergebnisse, die darauf hinweisen, dass es bei bestimmten Personengruppen vermehrt zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen COVID-19-Impfung kommen kann. Dies gilt insbesondere für die Gruppe relevant immungeschwächter Patienten sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige. Zur gesundheitlichen Vorsorge sollen deshalb in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen eine Auffrischimpfung in der Regel mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie angeboten werden.

Die Auffrischimpfungen erfolgen mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer oder Moderna); dabei ist es unerheblich, mit welchem Impfstoff die Personen vorher geimpft worden sind. Die Impfungen können sowohl im Regelsystem der niedergelassenen Ärzte als auch mit (mobilen) Teams der Impfstellen erfolgen. Pflegebedürftige in ihrer eigenen Häuslichkeit sollen durch ihre behandelnden Ärzte eine Auffrischimpfung angeboten bekommen.

Darüber hinaus wird ab September ebenfalls im Sinne gesundheitlicher Vorsorge allen bereits vollständig geimpften Bürgerinnen und Bürgern, die den ersten Impfschutz mit einem Vektor-Impfstoff von AstraZeneca oder Johnson&Johnson erhalten haben, eine weitere Impfung mit dem mRNA-Impfstoff angeboten. Dies kann in den Impfzentren der Länder oder durch die niedergelassenen Ärzte sowie durch Betriebsärzte erfolgen.

Der bpa hatte die Boosterimpfungen und deren rechtzeitige Vorbereitung immer wieder gefordert und daher die Ankündigung begrüßt. Diese tragen dazu bei, die versorgten Personen bestmöglich zu schützen.

  • Ausnahmeregelungen für die Anerkennung von Qualifikationsmaßnahmen während der Corona-Pandemie

Vor dem Hintergrund der wieder begonnen Qualitätsprüfungen hat der bpa sich an den GKV-Spitzenverband und den MDS gewandt, um ein bundeseinheitliches Vorgehen beim Umgang und der Anerkennung von Weiterbildungsverpflichtungen in Corona-Zeiten zu erwirken. Fortbildungspflichten sind in verschiedenen Qualitätsprüfkriterien enthalten. Aufgrund der bestehenden Hygiene- und Abstandsbestimmungen kann dies aber beispielsweise bei Fortbildungsvorgaben im Bereich Erste Hilfe zu Problemen führen. So finden diesbezügliche Kurse derzeit häufig in verkleinerten Gruppen mit reduzierten praktischen Übungen oder auch ohne diese statt. Die Frage, ob die Schulungen pandemiebedingt auch per Online-Schulung erfolgen dürfen, wird unterschiedlich ausgelegt. Einige Fachvertretungen lehnen dies ab, da es bei den Schulungen eben insbesondere um das praktische Einüben und Auffrischen der Abläufe gehe. Andere wiederum raten davon ab, Präsenzangebote im Bereich der Ersten Hilfe durchzuführen.

Der GKV-Spitzenverband und der MDS sind dennoch der Überzeugung, dass eine vorübergehende Anpassung der Prüfungsrichtlinien nicht notwendig und eine Prüfung der entsprechenden Kriterien vertretbar sei. So könnten entsprechende Fortbildungen im Rahmen des zeitlich möglichen durchgeführt werden. Sollten pandemiebedingt Fortbildungen mit reduzierten praktischen Übungen erfolgt sein, würde daraus alleine keine negative Beurteilung im Rahmen der Qualitätsprüfung resultieren und auch für die Pflegetransparenz hätte dies keine negativen Auswirkungen. Sollten beispielsweise bei Erste Hilfe Fortbildungen praktische Übungen nicht möglich gewesen sein, sollten diese in der nächsten Fortbildung nachgeholt werden, so die Auffassung des GKV-Spitzenverbands.

Abweichungen im Hinblick auf die Anerkennung von Qualifikationsanforderungen für zusätzliche Betreuungskräfte sowie für verantwortliche Pflegekräfte sind aufgrund der besonderen Situation während der Pandemie aus Sicht des GKV-Spitzenverbands hingegen vertretbar. Die entsprechenden Empfehlungen gelten aktuell bis zum 30.09.2021. Wir hatten Sie über diese Empfehlungen und die entsprechenden Regelungen auf Landesebene in unserem Update vom 29. Juni 2021 informiert.

  • Neue Festlegungen, FAQ und neues Antragsformular zum Kostenerstattungsverfahren („allgemeiner Pflegerettungsschirm“)

Die Festlegungen, die FAQ und das Antragsformular für das Kostenerstattungsverfahren zur Geltendmachung von coronabedingten Mehrausgaben sowie Mindereinnahmen nach § 150 Absatz 2 SGB XI wurden aktualisiert und gelten bis zum 30. September 2021. Die Dokumente können hier abgerufen werden.

Wir werden Sie bei weiteren Änderungen zeitnah auf dem Laufenden halten und wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.