ANSPRUCH PFLEGEN

Aus den Landesgruppen

04.12.2018 /  RP

Rückblick auf die Mitgliederversammlung und Fachtagung 2018

in Mainz

Nach der Mitgliederversammlung und dem Bericht des Vorstands über seine Aufgaben und Tätigkeiten der letzten Monate sowie der Vorstellung des neuen FSJ Kooperationspartners Die Schottener Soziale Dienste gGmbH wurde die Fachtagung eröffnet und gleich zwei Minister kamen zur zweitägigen Veranstaltung der Landesgruppe Rheinland-Pfalz, die  unter dem Motto „Die Pflege-Arbeitswelt von morgen gestalten“ im Favorite Parkhotel stattfand.

Nachdem 2017 bereits Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler auf der Mitgliederversammlung sprach, kam sie am 20. November 2018 erneut für einen direkten Dialog über die Rolle der privaten Anbieter und stellte dabei auch die Pläne der künftigen Pflegepolitik vor.
Als ein bedeutendes Handlungsfeld der „Fachkräfte- und Qualifizierungsinitiative Pflege 2.0, 2018-2022“ sieht die rheinland-pfälzische Landesregierung die Gewinnung von Pflegekräften aus EU- und Drittstaaten. Dazu gehörten auch qualitätsbezogene und zeitnahe Anerkennungsverfahren von im Ausland erworbenen Qualifikationen im Pflegebereich, sagte Arbeits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler auf der Fachtagung in Mainz.

„Das Augenmerk soll zukünftig verstärkt auf der Integration von zuvor angeworbenen Fachkräften aus dem Ausland liegen, denn diese gelingt oftmals noch nicht nachhaltig. Es gibt inzwischen bundesweit verschiedene Ansätze und Projekte in der Pflege bezüglich der Anwerbung von Pflegekräften aus EU- und Drittstaaten. Es geht nun in der Fachkräfteinitiative darum, diese zu analysieren und Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten. Beispiel dafür ist das Projekt zur Anwerbung von Fachkräften aus Vietnam für den hiesigen Altenpflegemarkt.“

Lob für die Offenheit zum Dialog und Unterstützung für schnelle erste Maßnahmen bekam die Ministerin von bpa-Präsident und Landesvorsitzenden Bernd Meurer: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen sofort Entlastung durch zusätzliche Kräfte in der Altenpflege, damit sie überhaupt einmal durchatmen können“. Die landesweit fehlenden 2.000 Pflegekräfte müssten zu großen Teilen aus dem Ausland kommen. „Nur mit einer schnelleren Anerkennung internationaler Pflegekräfte kann die Versorgung von Pflegebedürftigen in Rheinland-Pfalz kurz- und mittelfristig sichergestellt werden.“

Auch Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Dr. Volker Wissing unterstrich bei seinem Besuch der Fachtagung die Bedeutung internationaler Fachkräfte angesichts der vielen unbesetzten Stellen in der rheinland-pfälzischen Pflege. „Die Altenpflege ist ein wichtiger Jobmotor und die privaten Pflegeanbieter stellen einen großen Teil der pflegerischen Versorgung in Rheinland-Pfalz sicher. Wir müssen diese Entwicklung durch schlanke bürokratische Abläufe, zum Beispiel im Rahmen der Anerkennung ausländischer Kräfte, unterstützen.“
Die Träger von ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen hätten in der Vergangenheit 100.000 zusätzliche Jobs geschaffen, rechnete Bernd Meurer vor. „Wir haben geliefert und trotzdem reicht es nicht. Die Altenpflege braucht neben langfristigen Offensiven auch Sofortmaßnahmen.“ Kurzfristig helfen könne neben der schnelleren Anerkennung internationaler Pflegekräfte auch die bessere Berücksichtigung der einjährig ausgebildeten Pflegekräfte im Stellenschlüssel.

„Die Pflege-Arbeitswelt von morgen gestalten“ - das Motto wurde aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachtet:   Geschäftsführer des bpa-Arbeitgeberverbandes Dr. Halldorn und  Präsident Rainer Brüderle sprachen über den AVR. Mit den bundesweit aktuellsten Informationen über aktuelle Neuregelungen in der Pflege versorgten aus erster Hand die bpa-Geschäftsführer Bernd Tews und Herbert Mauel die Teilnehmer der Veranstaltung.

Das umfassende Thema der generalistischen Pflegeausbildung wurde von gleich mehreren Vortragenden unter die Lupe genommen: bpa Geschäftsführer Bernd Tews, Gudrun Schneider-Bauerfeind, Referatsleiterin im Bildungsministerium Rheinland-Pfalz und Martina Ruh, Geschäftsführerin der Pflegeakademie Ruh in Nauheim – sie alle stellten den Gästen das Thema mit unterschiedlichen Schwerpunkten vor.
Die Umsetzung der neuen Qualitätsindikatoren in der Praxis der stationären Pflege und wie können sich die Unternehmen gezielt darauf vorbereiten? Zu diesem Thema referierten Annette Scholz, Leiterin der Geschäftsstelle Qualitätsausschuss Pflege in Berlin und Bundesgeschäftsführer Herbert Mauel.

„Wie entwickeln sich die neuen Wohn- und Versorgungsformen und welche Möglichkeiten bieten dabei ausgewählte Förderprogramme im Rahmen der Sozialen Wohnraumförderung“:  Alexandra Wüst, ISB Bank Rheinland-Pfalz, und Thomas Pfundstein, Referatsleiter bei der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) stellten die beiden Themenblöcke vor.

Abgerundet wurde das Programm durch eine große Portion Humor: Diplom Pädagoge Matthias Jung, Comedian und Buchautor präsentierte den Gästen mit Auszügen aus „Chill mal – Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig“! interessante Einblicke und humorvolle Tipps und Tricks für die ganze Familie - faktenreich und äußerst unterhaltsam.  
Einen Vorgeschmack auf winterliche Abende bekam, wer sich dem Abendprogrammm anschloß und bei vorweihnachtlichem Buffett und stimmungsvoller Musik die fröhliche Atmosphäre der Almütte auf der Laubenheimer Höhe genießen konnte.

Viele Themen bewegen Rheinland-Pfalz – wir greifen sie auf und freuen uns, Sie im nächsten Jahr wieder bei uns begrüßen zu dürfen.