ANSPRUCH PFLEGEN

Aus den Landesgruppen

25.03.2020 /  sn

Corona: Sachstand zur Beschaffung von Schutzkleidung und Desinfektionsmittel

In den vergangenen Wochen beschäftigt uns alle, neben den vielen gesellschaftlichen Umbrüchen und wirtschaftlichen Problemen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, vor allem die große Sorge um den Schutz der Mitarbeitenden und Kunden/Klienten in Ihren Einrichtungen.

Es mangelt - und das leider mit sehr bedenklicher Zunahme - an notwendigem Schutzmaterial und die akuten Lieferengpässe befördern diese Problematik auf eine kaum vorstellbare Weise.

Ihre Anfragen dazu und vor allem Ihr sehr berechtigter Unmut über diese Mangelsituation erreichen uns in den letzten Tagen vielfach! Wir möchten Ihnen an dieser Stelle persönlich versichern, dass wir in den letzten Wochen all unsere Kräfte und Ressourcen in den bpa Geschäftsstellen auf Bundes- und Landesebene dafür verwenden, eine Entspannung bei dieser völlig inakzeptablen Situation in Ihren Einrichtungen zu erreichen. Uns ist bewusst, dass die öffentliche Berichterstattung und die vielen Pressekonferenzen der Politik den Eindruck erwecken, es werde mit Hochdruck vor allem an Lösungen in diesem Zusammenhang im Bereich der Krankenhäuser und niedergelassenen ärztlichen Versorgung gearbeitet – dies ist jedoch irreführend und so nicht zutreffend!

Der bpa setzt sich seit längerem auf Bundesebene und das mit sehr persönlichem Engagement unseres Präsidenten, Bernd Meurer, und unserer Geschäftsführung dafür ein, dass dringend notwendige Schutzmaterialien von der Bundesregierung akquiriert werden. Erste Erfolge und Lieferungen im Bereich der FFP 2 Atemmasken (1 Million Masken werden aktuell in die Länder verteilt) konnten bereits erreicht werden. Das ist ganz sicher viel zu wenig und deshalb sind darüber hinaus selbstverständlich weiter große Mengen an Schutzmaterialien auf Bundesebene bestellt worden.

Es ist somit absolut sichergestellt und das war uns zunächst vor allem wichtig zu erreichen, dass unsere Mitgliedseinrichtungen im Blick der Politik sind und nicht alle Aktivitäten allein auf die medizinische Versorgung ausgerichtet werden. Dies ist uns auch gelungen, auch wenn die öffentliche Berichterstattung dies nicht ausreichend vermittelt. Allerdings ist positiv zu attestieren, dass nun auch zunehmend Berichte und Reportagen zur Problematik Schutzmaterialien in der ambulanten und stationären Pflege ausgestrahlt werden, erst kürzlich wieder im Morgenmagazin. Ihr Versorgungsbereich und die Problemlage rückt somit zunehmend auch in den öffentlichen Fokus!

Aufgrund der enormen Lieferengpässe und der großen Nachfragesituation alleine in Europa werden alle Aktivitäten auf Bundes- und Landesebene leider kurzfristig keine ausreichende Entspannung bringen – zumindest kann dies zu diesem Zeitpunkt nicht gesichert in Aussicht gestellt werden.

Daher gilt es, alles daran zu setzen, zumindest die im Land noch vorhandenen Bestände an z.B. Desinfektionsmitteln und neu produzierten Schutzmaterialien von großen inländischen Unternehmen wie z.B. Beiersdorf, Automobilhersteller (die ihre Produktion aktuell umstellen) an Pflegeeinrichtungen „zu bringen“. Daran arbeiten wir aktuell prioritär! Zudem haben wir den Hotel- und Gaststättenverband in Sachsen um Unterstützung derart gebeten, seinen Mitgliedern zu empfehlen, vorhandene Bestände an Pflegeeinrichtungen abzugeben. Nehmen Sie bitte vor Ort Kontakt zu den stillgelegten Hotels und Gaststätten (gerade Wellnesshotels verfügen nicht selten über größere Bestände an Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe!) auf und fragen einmal nach, sofern noch nicht geschehen.

Bitte seien Sie versichert, dass wir weiterhin alles Menschenmögliche unternehmen werden, damit Ihre Mitarbeitenden und Kunden/Klienten schnellstmöglich den ausreichenden Schutz erhalten!

Konkret besteht in Sachsen aktuell folgende Lage:

Desinfektionsmittel
Die Firma Beiersdorf hat in ihrem Werk in Waldheim ihre Produktion umgestellt und produziert erhebliche Mengen Desinfektionsmittel, die sie umgehend dem Freistaat Sachsen zur Verfügung stellen wird. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bekannt. Der bpa steht in engem Kontakt zum Sächsischen Sozialministerium zur geplanten Weitergabe an die Pflegeeinrichtungen. Eine Bedarfsabfrage ist derzeit nicht geplant. Die Verteilung soll gegebenenfalls mit Hilfe eines einfachen Verteilerschlüssels (z.B. Mitarbeiterzahl) über die Logistik Kühne + Nagel erfolgen.
Darüber hinaus haben weitere Anbieter Ihre Lieferfähigkeit bekundet. Im Einzelfall erklären die Zulieferer angeblich, dass Krankenhäuser und Arztpraxen vorrangig zu beliefern seien. Insoweit empfehlen wir dennoch, sich bei Ihrem aktuellen Zulieferer erneut über den Sachstand zu informieren. Überdies verfügen auch vereinzelt Apotheken über Reserven zur Herstellung.

Schutzkleidung, Gesichtsmasken
Das Bundesgesundheitsministerium hat - bereits Ende letzter Woche - auch mitgeteilt, dass laufend neue Lieferungen mit Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) zu erwarten sind. Ein Zugang in Sachsen konnte bis heute nicht festgestellt werden. Die Verteilung würde gegebenenfalls wie beschrieben über Kühne + Nagel erfolgen. Sollten wir in der gleich stattfindenden Telefonkonferenz des Sächsischen Interventionsgremiums neue Informationen erhalten, werden wir Sie unverzüglich informieren.
Mitglieder melden uns zurück, entsprechenden Bedarf wie auch die Krankenhäuser über Textilnäher fertigen zu lassen. Ein Mitglied hat uns für eine kurzfristige Beschaffung folgende Adresse für wiederverwendbaren, kochbaren Mund-/Nasenschutz aus Leipzig genannt: www.davidvanl.de.
Eine Gewähr für das Preis-Leistungsverhältnis können wir nicht übernehmen und bitten um genaue Prüfung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team der bpa-Landesgeschäftsstelle Sachsen