ANSPRUCH PFLEGEN

Aus den Landesgruppen

31.07.2020 /  ST

Aktualisierter SARS-CoV-2- Arbeitsschutzstandard der BGW

Die BGW hat mit Stand 22.07.2020 einen aktualisierten „Arbeitsschutzstandard für Alten- und Pflegeheime sowie Einrichtungen für die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen“ veröffentlicht.

Sie können den Standard hier einsehen.

Dieser Arbeitsschutzstandard verfolgt das Ziel, Mitarbeitende bestmöglich vor einer Infektion zu schützen. Inhaltlich wird empfohlen, immer Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. Wir gehen davon aus, dass auch jetzt in aller Regel so gehandelt wird. Besonders hinweisen möchten wir aber auf eine besondere Regelung im Arbeitsschutzstandard, wonach „nach Maßgabe der Gefährdungsbeurteilung weitere Arbeitsschutzmaßnahmen abzuleiten sind, wie zum Beispiel das Tragen von FFP2-Masken…“, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner keinen MNS tragen. Hinter dieser Anforderung verbirgt sich nach unserer Einschätzung eine erhebliche Herausforderung. Beim morgendlichen Betreten des Zimmers durch die Mitarbeiter werden die Bewohner regelmäßig keinen MNS tragen, gleichwohl werden aber körpernahe Tätigkeiten notwendig. Eine ähnliche Problematik dürfte sich regelmäßig dadurch ergeben, dass dementiell erkrankte Menschen (über 60 % der Bewohner) den MNS nicht zuverlässig tragen können.

Auch wenn der Arbeitsschutzstandard sich nicht auf ambulante Pflege- oder Betreuungsdienstleistungen, Tagespflegen sowie besondere Wohnformen bezieht, findet sich in der von der BGW veröffentlichten Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung der Hinweis, „wichtige einzelne Konkretisierungen sind aber ebenfalls für diese Bereiche umzusetzen.“ Das Hauptaugenmerk der Hilfe zur Gefährdungsbeurteilung richtet sich auf die Pflegeheime. Als besondere Gefährdung wird dort das Auslösen eines Infektionsausbruchs in der gesamten Einrichtung betrachtet, bei dem sowohl Beschäftigte als auch pflegebedürftige Personen und ggfs. Besucherinnen und Besucher sowie andere betriebsfremde Personen betroffen wären. Wir gehen aber davon aus, dass die Anforderungen zur Nutzung und dem Standard der Masken auch für die anderen Leistungsbereiche von Relevanz sind.

Wir erwarten in Kürze einen durch diesen Arbeitsschutzstandard ausgelösten erhöhten Bedarf an FFP2-Masken. Mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem GKV-Spitzenverband haben wir geklärt, dass die notwendige zusätzliche Schutzausrüstung für die Pflegeeinrichtungen weiterhin unter die Regelung des Schutzschirms fällt. Für die Eingliederungshilfe gilt diese Regelung nach wie vor nicht; hier bemühen wir uns weiterhin um eine Lösung mit den Sozialhilfeträgern. Bevor nun ein erneuter Engpass bei diesem Produkt eintritt, bitten wir Sie um die Prüfung Ihrer Bestände. Sollten diese eine Nutzung von FFP2-Masken im oben beschriebenen Umfang nicht ermöglichen, empfehlen wir, möglichst rasch entsprechende Bestellungen vorzunehmen. Bitte beachten Sie, dass der bpa-Onlineshop seine Lieferungen mit der Normalisierung der bisherigen Beschaffungswege momentan eingestellt hat und etwaige Bestellungen über die üblichen Lieferanten getätigt werden müssen.

Die Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung Pflege im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie 2020 mit Stand vom 22.07.2020 finden Sie unter diesem Link.