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Aus den Landesgruppen

22.02.2021 /  NW

Impfstrategie in der Eingliederungshilfe - Es geht los!

Corona Update EGH

Am vergangenen Freitag gab es einen ersten Austausch aller Verbände mit dem zuständigen NRW-Ministerium (MAGS) zu den anstehenden Impfungen in der Eingliederungshilfe. Es gibt einige Ergebnisse, die zwar noch unter einem gewissen Vorbehalt stehen, die wir Ihnen dennoch nicht vorenthalten möchten, da Sie mit den Vorbereitungen bereits beginnen sollten. 

Ambulant und stationär betreute Leistungsberechtigte MIT Werkstattbezug und Besondere Wohnformen:

  • Der Start der Impfungen ist voraussichtlich der 8. März 2021.
  • Die ersten Impfungen finden in den Werkstätten statt. Über die WfbM wird nach Aussage des MAGS die größte Gruppe der Leistungsberechtigten erreicht. Ggf. parallel dazu starten die Impfungen in den Besonderen Wohnformen für die Menschen, die weder regelmäßig in die Werkstatt gehen, noch für den Impftermin dorthin gebracht werden können.
  • Geimpft werden alle Leistungsberechtigten (wahrscheinlich ab dem 16. Lebensjahr).
  • Zudem werden die Mitarbeitenden der Betreuung u.ä. geimpft, die aufgrund ihrer Tätigkeit nicht die notwendigen Abstände zu den Klienten einhalten können (also in der Regel KEINE Verwaltungsmitarbeiter, Einrichtungsleitungen und Geschäftsführer!).
  • Bis zum Alter von einschließlich 64 Jahren wird der Impfstoff AstraZeneca zum Einsatz kommen, ab 65 Jahren wird mit BionTech oder Moderna geimpft.
  • Die Reihenfolge der Einrichtungen, in denen die Impfung stattfindet, wird von den Impfzentren der Kreise und kreisfreien Städte bzw. der „koordinierenden Einheit“  festgelegt.
  • Die mobile Verimpfung verantworten die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV).
  • Alle Werkstätten und Besonderen Wohnformen werden von den kassenärztlichen Vereinigungen angeschrieben und um die Angabe eines Ansprechpartners in der Einrichtung mit Mobilnummer und E-Mailadresse gebeten.
  • Anschließend wird der Ansprechpartner um Auskunft gebeten, ob der Einrichtung eine Ärztin oder ein Arzt zur Verfügung steht, die/der sich bereit erklärt hat, die Impfungen durchzuführen. Ist dies nicht der Fall, stellt die KV ein mobiles Impfteam zur Verfügung. (Sie könnten sich bereits unter den bei Ihnen ein- und ausgehenden Ärzten erkundigen, ob jemand Interesse hat, die Impfungen durchzuführen.)
  • Für den Impftag selbst erhalten alle Werkstätten und Besonderen Wohnformen, in denen geimpft wird, eine genaue Anweisung, welche Vorbereitungen vor Ort zu treffen sind. Unsere Erfahrung aus der Pflege zeigen, dass diese in Regel leicht zu bewerkstelligen sind. Eine Herausforderung könnte sich allerdings aus der Kurzfristigkeit ergeben, da zwischen Bekanntgabe des Termins und dem Termin selbst bei den ersten Einrichtungen ggf. nur wenige Tage liegen.

Was Sie bereits tun könnten und sollten:

WICHTIG: Vor der Impfung sind eine Einwilligung, ein Aufklärungs- und ein Anamnesebogen von Ihrem Klienten, bzw. seinem Betreuer auszufüllen. Hierbei ist zu unterscheiden, welcher Impfstoff für die zu impfende Person vorgesehen ist: Für Klienten, die zum Impftermin bis einschließlich 64 Jahre alt sind und daher den Impfstoff AstraZeneca erhalten, finden Sie die auszufüllenden Bögen hier:
Anamnese und Einwilligungserkärung | Schutzimpfung gegen COVID-19 mit Vektor-Impfstoff (mags.nrw)
Aufklärungsmerkblatt | Schutzimpfung gegen COVID-19 (rki.de)

und bei Bedarf in leichter Sprache https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Vektorimpfstoff-Tab.html.

Für Klienten, die zum Impftermin 65 Jahre oder älter sind und daher den Impfstoff BionTech oder Moderna erhalten, finden Sie die auszufüllenden Bögen hier:
Anamnese und Einwilligungserkärung | Schutzimpfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoff (mags.nrw)
Aufklärungsmerkblatt | Schutzimpfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoff (rki.de)

und bei Bedarf in leichter Sprache http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Aufklaerungsbogen-Tab.html.

Da die Einholung der Einwilligung bei Betreuern ggf. etwas Zeit in Anspruch nimmt, sollten Sie damit bereits starten. Allerdings muss der Impfling selbst einwilligen, wenn er noch einwilligungsfähig ist, selbst wenn eine rechtliche Betreuung mit dem Aufgabenkreis „Gesundheitssorge“ besteht. Nur wenn der Impfling einwilligungsunfähig ist, ist die Einwilligung des Betreuers mit dem entsprechenden Aufgabenkreis einzuholen. Selbst wenn der Betreuer bei einem einwilligungsunfähigen Impfling einwilligt, der Impfling jedoch am Impftag zum Ausdruck bringt, dass er nicht geimpft werden möchte, dann wird nicht geimpft.

  • Alle Impfwilligen sollten am Impftag ihren Impfausweis bereithalten.
  • Unterschriebene Aufklärungs-, Einwilligungs- und Anamnesebögen, sowie der Impfausweis (soweit vorhanden) sind zum Impftermin mitzubringen.
  • Am ersten Impftermin wird der notwendige zweite Impftermin verbindlich mitgeteilt. Dieser ist für alle Impflinge bis 64 Jahre 9 Wochen nach dem ersten Termin und für alle Personen ab 65 Jahre genau 3 Wochen nach der ersten Impfung.

Ambulant betreute Leistungsberechtigte OHNE Werkstattbezug:

  • Alle Leistungsberechtigen und Leistungsanbieter erhalten in einigen Wochen Post über die Landschaftsverbände und die Leistungsanbieter ggf. flankierend über die Verbände.
  • Das Impfangebot für diese Gruppe der Leistungsberechtigten ohne Werkstattbezug wird über die Impfzentren gemacht.
  • Eine Unterstützung bei der Durchführung der Impfungen durch die Leistungsanbieter (ggf. Begleitung des Impflings zum Impftermin) wird ausdrücklich gewünscht. Genaueres zum Prozess der Unterstützung (Vergütung etc.) muss noch mit den Landschaftsverbänden geklärt werden. Das MAGS hat jedoch bereits zugesagt, dass notwendige Hilfen auch vergütet werden müssen.
  • Angedacht wird im ambulanten Bereich auch ein Impfangebot über tagesstrukturierende Leistungen – hier ist jedoch noch vieles unklar. Die weiteren Überlegungen des Ministeriums müssen abgewartet werden…

Alle oben stehenden Aussagen stehen unter dem Vorbehalt eines Erlasses des MAGS, der in den nächsten 7-14 Tagen erwartet werden darf. Wir begrüßen sehr, dass es nun auch in der Eingliederungshilfe endlich losgeht! In der Pflege liefen die Impfungen erfreulich reibungslos; ähnliches ist aufgrund der Erfahrung, die bei Impfzentren und kassenärztlichen Vereinigungen mittlerweile vorliegt, in der EGH nun ebenfalls zu erwarten. 

Wir halten Sie selbstverständlich über jede neue Erkenntnis zum Thema „Impfen“ auf dem Laufenden. Gerne stehen wir auch für Ihre Rückfragen telefonisch unter 0211-31 13 93 0 oder unter strobel(at)bpa.de zur Verfügung.