ANSPRUCH PFLEGEN

Bundesmitgliederversammlung

Bernd Meurer als bpa-Präsident bestätigt

Mehr als 12.000 Mitgliedsunternehmen des bpa e.V. fordern zukunftssichere Finanzierung und Wettbewerb um die beste Leistung zu bezahlbaren Preisen
Die Mitgliederversammlung des bpa hat Bernd Meurer mit großer Mehrheit erneut zum Präsidenten gewählt. Meurer führt den Verband mit mehr als 12.000 Mitgliedsunternehmen aus der Pflege, der Eingliederungs- sowie der Kinder- und Jugendhilfe bereits seit 1997. Die Versammlung am 21. Oktober 2021 fand erstmals virtuell statt. Als Gastredner war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zugeschaltet.

Klare Erwartungen der Privaten an die nächste Bundesregierung.

In seiner Grundsatzrede formulierte der wiedergewählte bpa-Präsident klare Erwartungen der privaten Pflegeunternehmen an die nächste Bundesregierung. "Die Politik hat sich in den vergangenen Jahren auf mehr Leistungen für Pflegebedürftige und Lohnsteigerungen für Pflegende konzentriert. Die nächste Bundesregierung muss jetzt den noch fehlenden dritten Schritt machen: Für Pflege auf hohem Niveau und die gut bezahlten Jobs in der Pflege brauchen wir eine zukunftssichere Finanzierung der Pflegeunternehmen."
Nachhaltige pflegerische Versorgung für eine steigende Zahl von Pflegebedürftigen brauche Trägervielfalt in der Pflege und den Wettbewerb um die beste Leistung zu bezahlbaren Preisen. Dazu müssten angemessene Spannen für betriebliche Risiken und das allgemeine unternehmerische Wagnis gesetzlich klargestellt und auch von den Pflege- und Krankenkassen anerkannt werden, so Meurer.
"Wenn die Politik eine sichere pflegerische Versorgung für Bürgerinnen und Bürger sowie langfristig sichere und gut bezahlte Jobs für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege will, dann darf sie diesen dritten Schritt nicht versäumen. Nur mit einer wirksamen Stärkung der Pflegeunternehmen werden die Bemühungen für Pflegebedürftige und Pflegende zum Erfolg."
Pflegeunternehmen müssten wie jedes andere Unternehmen auch Überschüsse für Rücklagen und Zukunftsinvestitionen erwirtschaften, damit sie auch morgen noch gut arbeiten können. Gleichzeitig müsse sich das Engagement der Betreiberinnen und Betreiber von Pflegeheimen und Pflegediensten lohnen. "In den nächsten Jahren sind Milliardeninvestitionen in die Versorgung einer enorm steigenden Zahl von Pflegebedürftigen notwendig. Das kann nur mit dem Engagement der privaten Unternehmerinnen und Unternehmer in der Pflege gelingen", so Meurer.

Soforthilfeprogramm gegen Corona

Bei der Begrüßung der per Video zugeschalteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer erinnerte der bpa-Präsident an die Situation im Frühjahr 2020 als die Fallzahlen der an Corona erkrankten Menschen nicht nur in Deutschland, sondern weltweit sprunghaft anstiegen.
Mit der Beschaffung – wobei die bpa-Servicegesellschaft quasi als Einkaufszentrale fungierte  – und schnellen Verteilung von zunächst zehn Millionen Schutzmasken an die Mitglieder des bpa und dem Soforthilfeprogramm trug der bpa maßgeblich dazu bei, die Mitgliedseinrichtungen rechtzeitig mit Schutzausrüstung auszustatten und die Zahl der Infizierten in den bpa-Mitgliedseinrichtungen so klein wie möglich zu halten und die Gesundheit von Pflegebedürftigen, Bewohnern und Mitarbeitenden zu sichern.
Parallel dazu vereinbarte die Bundesgeschäftsstelle mit dem GKV-Spitzenverband, dem Verband der Ersatzkassen (vdek), der Techniker Krankenkasse und dem Bundesgesundheitsministerium ein abgestimmtes Verfahren zur Kostenerstattung für die Schutzmaterialien und der direkten Abrechnung mit dem bpa.

Gelungenes Beispiel für Public-private-Partnership

Dafür bedankte sich Meurer auf der Mitgliederversammlung noch einmal beim GKV-Spitzenverband, beim vdek, der Techniker Krankenkasse und dem Bundesgesundheitsministerium für die unbürokratische Zusammenarbeit. Gemeinsam habe man gezeigt, dass privater Unternehmergeist schneller und effektiver Herausforderungen bewältigen kann. "Für mich war es beeindruckend zu sehen, wie leistungsfähig privates Unternehmertum ist – im Besonderen, wie leistungsfähig und -bereit Sie sind, liebe Kolleginnen und Kollegen", sagte Meurer. "Der bpa-Onlineshop ist ein gelungenes Beispiel für Public-private-Partnership."

Minister Jens Spahn dankt Pflegeunternehmen für ihren Einsatz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dankte in seiner Gastrede den Mitgliedsunternehmen des bpa für ihren Einsatz in der Pandemie. Es sei Ihnen gelungen, die richtige Balance zu finden zwischen dem nötigen Schutz und der größtmöglichen Freiheit. Spahn betonte, ein entschiedener Anhänger der Trägervielfalt zu sein, "Privates Engagement lasse ich nicht nur zu; ich finde es darüber hinaus außerordentlich wichtig. Bei allem Streit über die Tarifverträge werden Sie mit mir immer jemanden haben, der für Trägervielfalt im Gesundheitswesen wirbt", so der Minister. Er verwies auf den großen Marktanteil der Privaten und ihr Kostenbewusstsein. Für die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung brauche die Pflege insbesondere die mittelständischen Familienunternehmen vor Ort, aber genauso auch die größeren Träger. Spahn bedankte sich abschließend ausdrücklich für die "gute, konstruktive gemeinsame Arbeit der letzten Jahre. Es war mir eine Ehre und Freude, mit dem bpa zusammenzuarbeiten – auch schon vor meiner Ministerzeit."

Geschäftsbericht 2019/2020 vorgestellt

Meurer stellte den erstmals digital erschienenen Geschäftsbericht 2019/2020 vor. Dieser ist für über die bpa-Homepage abrufbar. Auch hier war Corona das Hauptthema des Berichtzeitraums. Der bpa verzeichnete zum Ende des Jahres 2020 12.301 Mitglieder. Im Zeitraum von 2018 bis 2020 entspricht das einem Mitgliederzuwachs von insgesamt 11,1 Prozent, im ambulanten Bereich waren es 12,3 Prozent und im stationären Bereich 9,9 Prozent. "Wir können uns sehen lassen", so Meurer.
Zum Thema Digitalisierung sagte Meurer: "Wir müssen die Digitalisierung nicht nur erleiden (um Minister Spahn zu zitieren), sondern auch gestalten." Er sei überzeugt, dass in fünf bis zehn Jahren Hausarztvisiten in Altenheimen auch per Video durchgeführt werden.

Personal ist die zentrale Frage

Das Thema Personalgewinnung liegt dem bpa-Präsidenten sehr am Herzen. Meurer mahnt: "Die zentrale Frage ist Personal. Hier müssen wir besser werden – auch auf dem Balkan. Wir brauchen dringend qualifizierte Zuwanderung." Den Mitgliedern riet er: "Planen Sie Ihre Fachkraftportfolien langfristig, es braucht regelmäßige Zugänge."
In diesem Zusammenhang verstärkt der bpa sein Engagement für die private Schullandschaft in der Altenpflege. Schon seit mehreren Jahren baut die bpa-Bildungstochter apm bundesweit attraktive Schulstandorte auf und ist inzwischen mit elf Altenpflegeschulen mit über 2.000 Schülerinnen und Schülern in mehreren Bundesländern aktiv, an denen auch ein breit gefächertes Fort- und Weiterbildungsprogramm angeboten wird. Nun stärkte die Mitgliederversammlung diese Entwicklung, indem sie zusätzliches Kapital für den Aufbau privater Pflegeschulen bereitstellte, die sich konzeptionell eng an den Bedürfnissen der Mitgliederunternehmen orientieren. Damit leistet der bpa einen aktiven Beitrag zur Nachwuchssicherung in der Altenpflege und unterstützt die Personalgewinnung und -entwicklung seiner Mitgliedsunternehmen.

Termin BMV 2022 bitte vormerken!

Zum Abschluss der Versammlung kündigte bpa-Präsident Meurer für den 14. und 15. Juni 2022 die außerordentliche Mitgliederversammlung mit Abendveranstaltung und Fachtagung an, die im Estrel Convention Center Berlin in Präsenz stattfindet.