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15.05.2020

Kinderbetreuung für Pflegekräfte darf nicht gefährdet werden

bpa Thüringen fordert Korrektur für systemrelevante Berufsgruppen

Am Montag soll in Thüringer Kindergärten der eingeschränkte Regelbetrieb beginnen. Gleichzeitig endet dort die Notbetreuung für Kinder von systemrelevanten Fachkräften. Den Regelbetrieb darf jede KITA laut Thüringer Bildungsministerium selbständig definieren. Das stellt die Pflegeeinrichtungen vor unlösbare Schwierigkeiten. Die Lockerung bei Kindergärten und Kindertagesstätten darf nicht zu dem absurden Ergebnis führen, dass ausgerechnet den Angehörigen systemrelevanter Berufe jetzt die Betreuungszeit gekürzt wird und sie ihrer wichtigen Tätigkeit nicht nachkommen können. Davor warnt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) in Thüringen und fordert die Landesregierung zu Nachbesserungen auf.

„Ambulante und stationäre Pflegeinrichtungen wissen nicht mehr ein noch aus. Die neuen KITA-Regeln machen eine vernünftige Dienstplanung schier unmöglich“, sagt Margit Benkenstein, Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Thüringen und selbst Heimbetreiberin in Gerstungen. „Wenn der Regelbetrieb beispielsweise so aussieht, dass später geöffnet wird oder die Kinder nur jede zweite Woche betreut werden, bricht den Einrichtungen das Personal weg.“ Richtigerweise müsse das Bildungsministerium den eingeschränkten Regelbetrieb auf die Notbetreuung für systemrelevante Berufsgruppen aufsetzen und nicht durch diesen ersetzen.

„Auch die Besuchsmöglichkeiten von Angehörigen bei den meist hochaltrigen Pflegebedürftigen sind in Gefahr“, sagt Margit Benkenstein: „Um die Besuche unter Einhaltung aller Hygienevorschriften zu ermöglichen, brauchen wir jeden Mann und jede Frau. Da, wo die Notbetreuung in KITA wegfällt, müssten die systemrelevanten Eltern ihre Kinder selbst betreuen. In der Pflege würde sofort wichtiges Personal fehlen.“

Der bpa Thüringen fordert Landesregierung und Kommunen auf, bei der Notversorgung durch die KITA dringend nachzubessern.

 

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