News der bpa.Landesgruppe Sachsen

Früh ansetzen, gezielt begleiten: Berufsorientierung in Pflege und Therapie

Erfolgsmodell der Z & L Unternehmensgruppe

Der Mangel an Fachkräften in der Pflege und in therapeutischen Berufen wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Podologie ist längst kein Zukunftsszenario mehr – er ist gelebte Realität in vielen Einrichtungen. Der demografische Wandel verschärft die Lage zusätzlich: Schon im Jahr 2030 werden in Deutschland rund 6,3 Millionen Menschen pflegebedürftig sein. Vor diesem Hintergrund braucht es kreative, nachhaltige und frühzeitige Ansätze zur Nachwuchsgewinnung. Die  Z & L Unternehmensgruppe zeigt, wie es gehen kann - mit einem klar strukturierten, praxisnahen Konzept zur Berufsorientierung durch schulische Kooperationen.

Schule trifft Praxis: Berufsorientierung beginnt nicht erst mit dem Schulabschluss

Berufliche Ausrichtung darf nicht erst in der Orientierungsklasse beginnen – sie muss frühzeitig, praxisnah und persönlich erfolgen. Genau hier setzt das Modell der Z & L Unternehmensgruppe an: In enger Zusammenarbeit mit 13 Oberschulen und Gymnasien der Region wurde ein mehrstufiges Konzept entwickelt, das Jugendlichen ab Klasse 7 reale Einblicke in die Welt der Pflege und Betreuung sowie der therapeutischen Berufe ermöglicht.

Der Ansatz ist ganzheitlich: Wissensvermittlung, Begegnung und Reflexion stehen gleichwertig nebeneinander und bilden gemeinsam das Fundament für nachhaltige Berufsorientierung.

Mehr als ein Info-Tag: Berufsorientierung mit Substanz

1. Vorbereitung im Unterricht:

In enger Absprache mit den Schulen wird das Thema Pflege und Therapie in den Unterricht eingebettet – sei es im Fach Wirtschaft-Technik-Haushalt (WTH) oder im Ethikunterricht. Die Schüler erhalten eine altersgerechte Einführung in Krankheitsbilder wie Demenz oder Parkinson, Kommunikationsstrategien im Umgang mit hilfebedürftigen Menschen sowie Informationen zu den Berufsbildern in Pflege und Therapie. Der Praxisbezug steht dabei stets im Vordergrund.

2. Erleben durch Simulation und Interaktion:

Hilfsmittel wie der Alterssimulationsanzug, ein Demenzparcours oder ein Parkinsonsimulator ermöglichen eindrucksvolle Selbsterfahrungen: Wie fühlt es sich an, eingeschränkte Mobilität oder kognitive Defizite zu haben? Was heißt es, auf Unterstützung angewiesen zu sein? Die Schüler entwickeln Empathie – nicht durch Theorie, sondern durch eigenes Erleben.

3. Praktischer Einsatz in den Einrichtungen:

Ob Schnuppertag, Schulpraktikum oder Ferienarbeit – alle Praxiseinsätze erfolgen begleitet durch Fachkräfte wie Pflegekräfte, Alltagsbegleiter, Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten. Die Jugendlichen unterstützen aktiv in der Betreuung, im Alltag oder bei therapeutischen Angeboten – stets im sicheren Rahmen, stets im echten Berufsalltag.

4. Reflexion und individuelle Rückmeldung:

Jeder Einsatz wird ausgewertet: In Gesprächen mit Lehrern und Fachkräften reflektieren die Jugendlichen ihre Erfahrungen. Sie erhalten eine fundierte Rückmeldung sowie eine schriftliche Beurteilung – dokumentiert im Berufswahlpass.

Auch therapeutische Berufe im Fokus: Vielfalt statt Klischees

Besonders hervorzuheben ist, dass das Berufsorientierungskonzept nicht nur die Pflegeberufe, sondern auch die therapeutischen Fachbereiche gezielt integriert. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die Arbeit von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Podologen – Berufe, die häufig weniger präsent sind, aber ebenso dringend Nachwuchs benötigen.

In den Einrichtungen der Z & L Unternehmensgruppe erleben die Jugendlichen, wie Therapien den Alltag älterer oder pflegebedürftiger Menschen verbessern, wie Bewegungsförderung, Ergotherapie oder podologische Versorgung konkret ablaufen und welche Kompetenzen in diesen Berufen gefragt sind. Dies erweitert nicht nur das Berufsspektrum, sondern zeigt auch die enge Verzahnung von Pflege und Therapie in der Versorgungskette.

Win-win für alle Beteiligten – und ein Modell mit Vorbildcharakter

Die Zusammenarbeit mit Schulen schafft Vorteile auf allen Seiten:

  • Für die Schüler: Reale Berufseinblicke, persönliche Reife, soziale Kompetenzen – und oft die erste bewusste Auseinandersetzung mit Alter, Krankheit und Hilfebedürftigkeit. Viele kehren nach dem ersten Kontakt für Praktika, Ferienjobs oder Ausbildungen zurück.
  • Für die Schulen: Ein lebendiger, außerschulischer Lernort, der Curricula ergänzt und gesellschaftliche Verantwortung fördert.
  • Für die Einrichtungen: Frühe Kontaktpunkte ermöglichen es, potenzielle Nachwuchskräfte kennenzulernen, zu begleiten und für die Berufe zu begeistern – mit großem Erfolg: Die Nachfrage nach Praktikumsplätzen ist hoch, die Ausbildungszahlen steigen.
  • Für die pflegebedürftigen Menschen: Frische Begegnungen, Austausch, Aufmerksamkeit – viele Seniorinnen und Senioren blühen auf im Kontakt mit den „jungen Profis“.

Fazit: Wer heute ausbilden will, muss früh begleiten

Die Erfahrung der Z & L Unternehmensgruppe zeigt: Frühzeitige, strukturierte Berufsorientierung ist ein Schlüssel zur Sicherung der Fachkräfte von morgen. Die bewusste Einbindung von Pflege, Betreuung und therapeutischen Berufen eröffnet Jugendlichen eine breite Perspektive und schafft gleichzeitig eine Sensibilität für gesellschaftliche Herausforderungen – sowohl beruflich als auch im privaten Umfeld.

Diese Form der Schulkooperation ist ein Best-Practice-Beispiel, das Nachahmung verdient. Denn in Zeiten knapper Ressourcen braucht es nicht nur Forderungen an die Politik, sondern auch mutige, praxisorientierte Initiativen aus der Branche selbst.