Drei intensive Tage auf der ALTENPFLEGE 2026 in Essen haben einmal mehr gezeigt, wie angespannt die Lage in der Pflege ist – und wie dringend politische Lösungen gebraucht werden.
Steigende Kosten, unsichere Refinanzierung und Entscheidungen, die häufig an der Praxis vorbeigehen, prägen den Alltag vieler Einrichtungen.
Gleich zur Kongresseröffnung wurde das deutlich. Für den bpa brachte es Präsidiumsmitglied und Landesvorsitzender Schleswig-Holstein, Mathias Steinbuck, auf den Punkt:
„Die Luft und das Eis sind extrem dünn.“
Verzögerte Refinanzierungen und zusätzliche Vorgaben bei der Lohnanpassung verschärfen die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe – insbesondere in der ambulanten Pflege.
Neben den finanziellen Herausforderungen wurde auch die öffentliche Wahrnehmung des Pflegeberufs thematisiert. Steinbuck machte deutlich, dass die Verdienstmöglichkeiten oft unterschätzt werden. Mehr Transparenz und realistische Einblicke seien notwendig, um Fachkräfte zu gewinnen und das Bild der Branche zu korrigieren.
Im weiteren Kongressverlauf standen zentrale wirtschaftliche Fragestellungen im Fokus. In der Session „Wagnis und Gewinn“ diskutierten Michael Tamminga-Wessels (IEGUS) und Pascal Tschörtner (Geschäftsführer und -bereichsleiter stationäre Versorgung bpa) über unternehmerische Risiken und deren angemessene Berücksichtigung in der Vergütung. Daran anschließend gab Arnaud Liminski, bpa servicegesellschaft, einen kompakten Überblick zu Pflegesatzverhandlungen – einem der zentralen Instrumente zur Sicherstellung der Refinanzierung von Pflegeleistungen.
Großen Andrang verzeichnete auch der bpa-Stand. Der persönliche Austausch mit Mitgliedern, Interessierten und politischen Akteurinnen und Akteuren stand im Mittelpunkt. Zu den Gästen zählten unter anderem die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Katrin Staffler sowie Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW.
Am zweiten Kongresstag rückte ein Thema in den Fokus, das die Branche seit Jahren begleitet: die Digitalisierung in der Pflege. In der Session zur Finanzierung wurde deutlich, dass zwischen politischen Erwartungen und wirtschaftlicher Realität weiterhin eine erhebliche Lücke besteht. Für den bpa diskutierten Sandra Stange (Stabsstelle Digitalisierung) und Sven Wolfgram (Geschäftsführer und -bereichsleiter ambulante Versorgung) gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Organisationen über Wege, digitale Lösungen nachhaltig zu refinanzieren.
Parallel dazu blieb der Stand in Halle 8 ein zentraler Treffpunkt für Austausch, Vernetzung und Einblicke in aktuelle Projekte – darunter auch der bpa-eigene TI-Chatbot PIA.
Die ALTENPFLEGE 2026 hat erneut gezeigt: Der Handlungsbedarf in der Branche ist dringend. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel Engagement, Expertise und Innovationskraft in der Branche steckt. Entscheidend wird sein, dass die politischen Rahmenbedingungen Schritt halten.











