News der bpa.Landesgruppe Bayern

Masterplan Prävention Bayern

Pflege prominent vertreten

Staatsministerin Judith Gerlach stellte den Masterplan Prävention Bayern im vollbesetzten Max-Joseph-Saal in der Residenz München vor
Staatsministerin Judith Gerlach stellte den Masterplan Prävention Bayern im vollbesetzten Max-Joseph-Saal in der Residenz München vor

Gesundheits-, Pflege- und Präventionsministerin Judith Gerlach stellte am 1. Oktober 2025 den  Masterplan Prävention Bayern im vollbesetzten Max-Joseph-Saal in der Residenz München vor. Weit mehr als die 150 Partner im Bündnis für Prävention haben an diesem Plan, der alle Lebensbereiche der Menschen in Bayern umfassen soll, mitgearbeitet – so auch der bpa für die Pflege. Klar ist, wir wollen auch die pflegenden Angehörigen mitnehmen, denn sie stärken die Versorgung in der Fläche nachhaltig – insbesondere in der Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten. Der bpa hat sich in den Gesprächen hauptsächlich dafür stark gemacht, dass den beruflich Pflegenden bei der Prävention diejenige Aufmerksamkeit zukommt, die den besonderen Herausforderungen des beruflichen Pflegealltags auch gerecht wird.

10 + 10-Ziele

Der Masterplan gliedert sich auf in zehn strukturelle Ziele, die von Seiten der Staatsregierung umgesetzt werden, und zehn gesundheitliche Ziele, an denen gemeinsam mit den Partnern im Bündnis für Prävention und weiteren Institutionen gearbeitet wird. Zu den strukturellen Zielen zählt etwa die Einführung eines jährlichen Präventionstags, um das vielfältige Engagement für mehr Gesundheit sichtbar zu machen, die Einrichtung eines Präventionspools oder auch der Ausbau der Präventionsberichterstattung und ein regelmäßiges Präventionsmonitoring. Eigens und speziell wird die Stärkung der Fachkräfte im Gesundheitswesen in den Blick genommen.

Präventionspool

Ein Präventionspool soll als zentrale digitale Plattform die Angebotsvielfalt bayernweit bündeln. Nichtkommerzielle Anbieter und Partner können sich im Präventionspool registrieren und eigenständig Angebote einstellen. Von dieser Möglichkeit wird der bpa gerne Gebrauch machen. Zwischenzeitlich gibt es für die Pflege zahlreiche Präventionsangebote, die der bpa in bundesweiter Zusammenarbeit mit den Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung oder auch mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege vermitteln kann. Diese Angebote stehen grundsätzlich allen beruflich Pflegenden und ihren Einrichtungen zur Verfügung.

Die Besonderheit für Mitgliedseinrichtungen des bpa liegt vielmehr in der persönlichen Betreuung und Vermittlung der zahlreichen Angebote zur Stärkung der persönlichen Gesundheit der Pflegekräfte und zur Stärkung der Betriebe, etwa zur Organisations- und Prozessberatung.

Präventionsfonds

Ziel des neuen Präventionsfonds ist, die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil zu motivieren und ihren Alltag gesundheitsförderlich zu gestalten. Über Förderaufrufe werden Ansätze identifiziert, die inhaltlich wie strategisch eng an die Ziele des Masterplans Prävention anknüpfen. Eine langfristige und flächendeckende Etablierung von Programmen ist wesentliches Anliegen der neuen Förderinitiative. Dafür bedarf es starker Partnerschaften. Mögliche Fördernehmer sind Vereine, Wohlfahrtsorganisationen, wissenschaftliche Institutionen und Einrichtungen des Gesundheitswesens, auch projektgebundene Zusammenschlüsse verschiedener Institutionen sind möglich. Der bpa wird sich hier als starker Partner einbringen, seine Expertise gerne zur Verfügung stellen und da, wo nötig und möglich in Abstimmung mit seinen Mitgliedseinrichtungen einen wirkungsvollen Beitrag, etwa für den Transfer von Projekten in die Praxis leisten.

Digitale Angebote und arbeitsorganisatorische Konzepte

Der Stärkung der Fachkräfte im Gesundheitsbereich wird ein eigenständiger Punkt gewidmet, was allein schon vor dem Hintergrund der vielfältigen Präventionsaufgaben in der Gesamtgesellschaft zu begrüßen ist. Zudem wird hierin nicht nur abgestellt auf hinlänglich bekannte Präventionsmaßnahmen, die im Zusammenhang mit arbeitsbedingten körperlichen und psychischen Belastungen bereits Anwendung finden. Es wird vielmehr ein Präventionsgedanke entwickelt, der digitale Anwendungen oder arbeitsorganisatorische Konzepte verbindet mit einer Erleichterung und Entlastung im Arbeitsalltag von Pflegekräften. Der bpa sieht hierin eine Weiterentwicklung der Prävention und eine schlüssige Verbindung mit Maßnahmen zur Organisationsentwicklung. Das Anliegen des Masterplans wird auch bestätigt durch die jüngere Forschung zu Digitalisierungseffekten in der Pflege und einem Ausfallmanagement in Fällen von Krankheit etwa. Die Forscher sehen gerade für diese beiden Punkte erhebliche Wirksamkeitseffekte auf die Erhaltung und Steigerung der Arbeitsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit von Pflegekräften.