Die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Sektorenübergreifende Kommunikation über KIM“ am 7. Mai 2026 hatte der bpa Bayern gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) initiiert. Ziel des Projekts ist es, die digitale Zusammenarbeit zwischen Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen praxisnah zu erproben und weiterzuentwickeln. Dabei begleiten bpa und KVB die Teilnehmenden fachlich und technisch bei der Einführung und Nutzung von KIM und wollen die gewonnenen Erfahrungen systematisch auswerten, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Zur Erinnerung: Mit KIM – Kommunikation im Medizinwesen wird der vertrauliche und strukturierte Versand von Nachrichten und Dokumenten zwischen den Beteiligten im Gesundheitswesen ermöglicht. Neben einer hohen Datensicherheit durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sollen mögliche Schnittstellenprobleme in der Kommunikation sichtbar gemacht werden.
Darüber hinaus sollen die Erkenntnisse gezielt in relevante Gremien und Netzwerke eingebracht werden – unter anderem in den Austausch mit der Gematik, dem Landeskompetenzzentrum Pflege-Digital Bayern, Softwareherstellern sowie dem Verband für digitale Standards in der Pflege. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in konkrete Verbesserungen technischer Lösungen und Prozesse münden. Einheitliche Standards gelten dabei als Schlüssel, um bestehende Schnittstellenprobleme nachhaltig zu lösen.
Bereits in der Auftaktveranstaltung wurde deutlich, dass der Fokus auf der praktischen Anwendung liegt: Die Teilnehmenden werden KIM aktiv im Arbeitsalltag einsetzen, Erfahrungen sammeln und Rückmeldungen zu Abläufen, Technik und Kommunikation in den geplanten weiteren Veranstaltungen zu dem Thema geben.
Neben den Chancen wurden auch bestehende Herausforderungen offen angesprochen. So unterstützen noch nicht alle Systeme sämtliche Funktionen – insbesondere die eNachricht ist derzeit noch nicht flächendeckend verfügbar. Auch organisatorische Fragen wie Zuständigkeiten, Rückmeldestrukturen und Kommunikationswege wurden thematisiert. Positiv hervorgehoben wurde die aktive Einbindung der Teilnehmenden, unter anderem durch eine Mentimeter-Umfrage zum Wissensstand. Darüber hinaus wurde ihre Rolle als Testpartner klar definiert: Sie sollen Technik, Prozesse, Inhalte und die Alltagstauglichkeit von KIM erproben und bewerten.
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden einen klaren Impuls: nicht abwarten, sondern direkt starten. Ein Vertiefungstermin wurde bereits angekündigt, um erste Erfahrungen gemeinsam auszuwerten und die Zusammenarbeit weiter zu konkretisieren.
Die Auftaktveranstaltung machte deutlich, dass die sektoren- übergreifende Kommunikation über KIM nicht nur ein technisches Thema ist, sondern ein gemeinsamer Entwicklungsprozess zwischen Pflege, Ärzteschaft, bpa und KVB.
Die beiden größten Organisationen im Bereich Pflege und Ärzteschaft in Bayern setzen sich gemeinsam für die bestmögliche Ausgestaltung der Regelungen ein. Der bpa wird weiter berichten.