„Was für tolle, modern eingerichtete, großzügige Räume und alles so Licht durchflutet!“ – Rainer Bensch, Fraktionssprecher für Gesundheit und Pflege der CDU Bremen, war anlässlich eines Besuchs der Tagespflege von vacances Mobiler Sozial- und Pflegedienst in Bremen-Lesum begeistert. Gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin im CDU-Fraktionsbüro, Dr. Esther Schröder, ließ er sich alle Räume auf den zwei Etagen von Jürgen Weemeyer, bei vacances Mobiler Sozial- und Pflegedienst geschäftsführender Gesellschafter, zeigen, sprach mit Gästen und Mitarbeitenden, probierte die Ruhesessel aus, informierte sich über den Tagesablauf und diskutierte aktuelle Pflegethemen.
Bensch ist als Altenpflegefachkraft und studierter Pflegewirt neben seiner Tätigkeit als Mitglied der Bremischen Bürgerschaft noch in Teilzeit in der Pflege tätig – und als CDU-Fraktionssprecher für die Themen Gesundheit und Pflege zuständig. Fanden bisher immer wieder Gespräche zwischen Politik und bpa in der Landesgeschäftsstelle statt, stand dieses Mal ein Besuch vor Ort in einer Pflegeeinrichtung auf der Agenda. Jürgen Weemeyer, selbst im Vorstand der Bremer bpa-Landesgruppe, hatte diesen Termin organisiert und führte die Gäste gern durch das Haus.
„Gemeinsam eine gute Zeit haben“, so fasste Jürgen Weemeyer das oberste Ziel der vacances-Tagespflege in Lesum zusammen. Die 25 Plätze sind immer voll belegt, die Warteliste ist lang. Die vielseitigen Aktivierungs-, Betreuungs- und Therapieangebote reichen von kreativen Tätigkeiten wie Malen und Basteln über entspannte Momente zum Ausruhen und Lesen bis hin zum geselligen Beisammensein mit Bewegung und Gesellschaftsspielen oder auch gemeinsamem Kochen bzw. Backen. Das Angebot kann von einem bis fünf Tage die Woche gebucht werden und jeder dieser Wochentage beginnt ab 8 Uhr mit einem Frühstück. Eine im Gebäudekomplex integrierte Kindertagesstätte des DRK bringt Abwechslung im Alltag durch gemeinsame Aktivitäten oder auch spontane Begegnungen mit den Kleinen im geschützten Garten. Vacances hat noch zwei weitere Tagespflegen aufgebaut: eine ebenfalls in Bremen-Nord in Vegesack und eine in Bremen-Überseestadt.
„Ihre Gäste wirken wirklich sehr zufrieden“, stellte CDU-Politiker Bensch beim Rundgang durch die Einrichtung und spontanen Gesprächen mit den älteren Menschen fest. „Wie stark wirkt sich der Personalmangel in der Pflegepraxis aus?“, interessierte sich Bensch beim fachpolitischen Austausch. Vacances beschäftigt knapp 300 Mitarbeitende an elf Standorten.
„Unsere Grundidee ist es, niedrigschwellige Hilfen von Anfang an anzubieten – in den eigenen vier Wänden durch individuelle Betreuung und Pflege bzw. Krankenpflege oder eben wie hier tagsüber in Tageseinrichtungen“,
so Weemeyer, der seit 20 Jahren in leitender Position beschäftigt ist.

vacances-Mitarbeiterinnen Birgit Hochmann (ganz links) und Manuela Tabe (ganz rechts), zeigten den Tagespflege-Gästen Anneliese G. (Mitte links) und Renate P. (Mitte rechts) gymnastische Übungen im Sitzen.
Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, setzt vacances auf attraktive Angebote zur Arbeitszeitgestaltung. Ein Beispiel sind die sogenannten Elterntouren, d.h. die Arbeitszeiten werden auf die Kinderbetreuungszeiten abgestimmt. Das wird seitens der Belegschaft sehr begrüßt. Vacances engagiert sich auch besonders in Bezug auf das betriebliche Gesundheitsmanagement, die Pflegeausbildung und bietet Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr an als erste Möglichkeit, den Pflegealltag kennenzulernen. „Bei uns arbeiten Menschen aus 27 Nationen“, so Weemeyer. Aus diesem Grund ist auch ein hohes Engagement bei Projekten zur Diversität selbstverständlich für den geschäftsführenden Gesellschafter.
Beim Treffen mit dem Bremer Politiker wurden aber auch Problemstellen in der Praxis angesprochen. Zum Beispiel, dass in Bremen der politische Fokus der Regierungskoalition sehr stark auf Ehrenamtlichkeit im niedrigschwelligen Betreuungsbereich ausgerichtet ist. Die privaten Träger von Pflegediensten fühlen sich übergangen. Vor allem durch ein neues Projekt, das seit Anfang des Jahres im Rahmen der Aufsuchende Altenarbeit realisiert wird: die Bremer Hausbesuche. Alle älteren Menschen, die ihren 80. Geburtstag begehen, erhalten einen Brief von der Sozialbehörde, in dem über Hilfen im Alltag informiert wird und Besuche angekündigt werden, bei denen es um die Unterstützung und Vermittlung von Angeboten geht. Diese sogenannten Besuchskräfte werden von den Dienstleistungszentren in Trägerschaft der Wohlfahrtsverbände organisiert. Die privaten Träger fühlen sich nicht einbezogen, denn auch sie unterstützen ältere Menschen im niedrigschwelligen Bereich.
Der bpa wird Gespräche mit der Behörde führen, im Dialog auf Augenhöhe sollen Lösungen gefunden werden. CDU-Politiker Bensch sicherte zu, flankierend dazu seitens der Parlamentsfraktion eine parlamentarische Kleine Anfrage an den Senat formulieren zu lassen. Der Austausch wird auf jeden Fall dezidiert dazu fortgesetzt.

