News der bpa.Landesgruppe Nordrhein-Westfalen

Besuch im Seniorenheim Haus Hochheim-Heppendorf in Elsdorf

Einblick in Herausforderungen familiengeführter Pflegeeinrichtungen

Von links: Sascha Saßen, Daniel Wendorf, Jutta und Susanne Hochheim, Sabine Hochheim von Ameln und Günther Hochheim
Von links: Sascha Saßen, Daniel Wendorf, Jutta und Susanne Hochheim, Sabine Hochheim von Ameln und Günther Hochheim

Bei ihrem gemeinsamen Besuch im Seniorenheim Haus Hochheim in Heppendorf-Elsdorf haben Daniel Wendorf, stellv. bpa-Landesvorsitzender in NRW und Sprecher der AG Kleine Einrichtungen, und Sascha Sassen, Mitglied des bpa-Landesvorstands, Einblick gewonnen in Herausforderungen, mit denen kleinere Einrichtungen konfrontiert sind. 

Das Haus Hochheim   ist eine familiengeführte Pflegeeinrichtung, die seit vielen Jahren von der Gründerfamilie mit großem Engagement betrieben wird. Inzwischen haben die beiden Töchter die Verantwortung übernommen und führen die Einrichtung in nächster Generation weiter. Neben dem Haus Hochheim in Heppendorf betreibt die Familie eine zweite, ebenfalls kleinere Einrichtung, das Haus Hochheim in Giesendorf. Beide Häuser stehen exemplarisch für eine Versorgungsstruktur, die stark von persönlicher Verantwortung, kurzen Entscheidungswegen und einer engen Bindung zwischen Leitung, Mitarbeitenden sowie Bewohnerinnen und Bewohnern geprägt ist. 

Hohe Belastung durch regulatorische Anforderungen 

Im offenen Austausch mit der Familie wurden zentrale Herausforderungen deutlich, mit denen insbesondere kleinere Einrichtungen zu kämpfen haben: 

  • Prüfungen, in denen regelmäßig neue Anforderungen formuliert werden 
  • Unangekündigte Kontrollen – teilweise auch in Urlaubszeiten 
  • Hohe Außenstände bei Sozialhilfeträgern 
  • Schwierigkeiten bei Pflegesatz- und Vergütungsverhandlungen 
  • Ein stetig wachsender bürokratischer Aufwand 

Gerade die schwierigen und verzögerten Pflegesatzverhandlungen stellen eine erhebliche Belastung dar. Problematisch ist insbesondere die Anerkennung einer ausreichend hohen Fachkraftquote, die eine 24/7-Besetzung mit Fachkräften ermöglicht. Aufgrund früherer getroffener Vereinbarungen entfalten die in NRW gültigen Bestandsschutzregelungen nicht in allen Fällen die erforderliche Wirkung. 

Strukturelle Herausforderungen kleiner Träger 

Das Beispiel Haus Hochheim zeigt deutlich, dass die aktuellen Rahmenbedingungen nicht immer ausreichend auf die Situation kleiner, familiengeführter Einrichtungen abgestimmt sind. Insbesondere im Kontext der Personalbemessung in der Pflege (PeBeM) wird mehr Flexibilität benötigt, um individuelle Strukturen angemessen berücksichtigen zu können. 

Auch die Begleitung unangekündigter Prüfungen stellt eine Herausforderung dar. In familiengeführten Einrichtungen, in denen die Betreiberinnen und Betreiber operativ stark eingebunden sind, führen unangekündigte Prüfungen zu erheblichen Belastungen. Die Sorge vor kurzfristigen Kontrollen wirkt sich sogar auf die private Lebensgestaltung aus – längere Urlaube sind kaum planbar.

Engagement und Verantwortung rund um die Uhr 

Trotz dieser Herausforderungen beeindruckte beim Besuch vor allem das außergewöhnliche Engagement der Betreiberfamilie. Wie in vielen mittelständisch geprägten Unternehmen ist die Familie nahezu rund um die Uhr für Betrieb und Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner im Einsatz. Dieses persönliche Engagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Versorgungsqualität und prägt die Identität beider Einrichtungen nachhaltig. Sehr dankbar ist das Unternehmen für die gute Unterstützung durch seine Mitarbeitenden. „Viele unserer Mitarbeitenden sind schon lange bei uns und leisten täglich eine wirklich gute Arbeit. Ohne sie würde hier am Ende nichts funktionieren.“ 

Bedeutung kleiner Einrichtungen im ländlichen Raum 

Gerade im ländlichen Raum übernehmen kleine, familiengeführte Einrichtungen wie das Haus Hochheim in Heppendorf eine zentrale Rolle in der pflegerischen Versorgung. Sie sichern wohnortnahe Angebote und ermöglichen Pflege in vertrauten sozialen Strukturen – ein Aspekt, der für Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige von großer Bedeutung ist. 

Der Mittelstand ist dabei das Rückgrat dieser Versorgungslandschaft. Kleine Träger agieren häufig flexibler, sind stärker in regionale Netzwerke eingebunden und tragen maßgeblich dazu bei, Versorgungslücken insbesondere außerhalb urbaner Zentren zu vermeiden. Gleichzeitig sind sie jedoch auch besonders anfällig für wirtschaftliche und regulatorische Belastungen. 

Fazit 

Der Besuch im Haus Hochheim in Heppendorf hat eindrucksvoll verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Perspektive kleiner Einrichtungen stärker in politische und strukturelle Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Familiengeführte Pflegeeinrichtungen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung, stehen jedoch unter erheblichem Druck. 

Ziel muss es sein, die Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass diese wichtigen mittelständischen Strukturen langfristig erhalten bleiben und ihre Stärken – insbesondere Nähe, Flexibilität und persönliches Engagement – weiterhin in die pflegerische Versorgung eingebracht werden können.