News der bpa.Landesgruppe Nordrhein-Westfalen

„Pflege innovativ gedacht: Die Erfolgsformel für die Pflegeeinrichtung der Zukunft“

Mitgliederversammlung und Fachtag in Dortmund

Gruppenbild mit Minister (von links): Thorsten Vlatten (Vorstand); Bernhard Rappenhöner (bpa-Landesvorsitzender), Barbara Prinz (stellv. bpa-Landesvorsitzende), NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Daniel Wendorf (stellv. bpa-Landesvorsitzender) sowie Andrea Grote (Leiterin der bpa-Landesgeschäftsstelle NRW)
Gruppenbild mit Minister (von links): Thorsten Vlatten (Vorstand); Bernhard Rappenhöner (bpa-Landesvorsitzender), Barbara Prinz (stellv. bpa-Landesvorsitzende), NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Daniel Wendorf (stellv. bpa-Landesvorsitzender) sowie Andrea Grote (Leiterin der bpa-Landesgeschäftsstelle NRW)

Die Mitgliederversammlung der bpa-Landesgruppe NRW mit der Wahl zum Vorstand am 13. November 2025 und die Fachtagung am Folgetag trumpfte mit hochkarätigen Rednern auf. Unter anderem durfte der alte und neue bpa-Landesvorsitzende Bernhard Rappenhöner den NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann begrüßen. Auch bpa-Präsident Bernd Meurer und bpa-Arbeitgeberpräsident Rainer Brüderle sowie der bpa-Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter ambulante Versorgung Sven Wolfgang waren ins Kongresszentrum in Dortmund gekommen.

„Pflege im Wandel?“, fragte der bpa-Landesvorsitzende Bernhard Rappenhöner und beantwortete die Frage so: Im Hinblick auf etwa 40 Gesetze des BMG allein innerhalb der letzten sechs Jahre hätte man dies vermuten können. Letztendlich habe es sich vielerorts jedoch als Flickenteppich entpuppt. Den dringend notwendigen Strukturwandel in der Pflege habe er nicht zu verzeichnen vermocht.

NRW-Gesundheitsminister Karl- Josef Laumann und bpa- Landesvorsitzender Bernhard Rappenhöner

Die Politik habe es versäumt, durch geeignete Maßnahmen das „Bürokratiemonster“ in der Pflege zu verkleinern, geschweige denn in Gänze abzubauen. Es bleibe bei den gegebenen Herausforderungen. Exemplarisch nannte Rappenhöner die anhaltenden Schwierigkeiten im Bereich der Personalgewinnung, überlange Bearbeitungszeiten der Kostenträger im Pflegesatzverfahren und bei Investitionskostenfestsetzungen sowie die schleppende Bearbeitung von Sozialhilfe und Pflegewohngeldanträgen. In diesem Zusammenhang zitierte er Carsten Linnemann (MdB CDU) mit den Worten: 

„Soziale Marktwirtschaft ist die Beste weltweit, nur leider praktizieren wir sie nicht.“ 

Für eine funktionierende Selbstverwaltung der Pflege bedürfe es zunächst wieder des wechselseitigen Vertrauens zwischen den Verhandlungspartnern, um gemeinsam konstruktive Wege beschreiten zu können. Mit diesem Wunsch übergab Rappenhöner an Minister Karl-Joseph Laumann vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS).

Dank für vertrauensvolle Zusammenarbeit

„30 Jahre Pflegeversicherung! Sie hat sich im Kern bewährt, braucht aber dringend ein Update! Nur wohin?“ Mit diesen Worten dankte Laumann für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und dem bpa. Die Pflegeversicherung müsse weg von der Pflegeplanung hin zu einer neuen Struktur durch Zahlungen an den Pflegebedürftigen. 

Der Präsident des bpa-Arbeitgeberverbandes Rainer Brüderle

Durch die eigenverantwortliche Organisation könne menschliche Pflege gestärkt werden. Hierzu sei die Entsäulung der Pflegeversicherung dringend notwendig. In Aussicht stellte Laumann für das Jahr 2026 die WTG-Novellierung, die zu schlankeren Strukturen führen könnte. Rainer Brüderle (Präsident bpa-Arbeitgeberverband) zitierte den Sachverständigenrat: 

„Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich im laufenden Jahr in einer Stagnation, nachdem sie sich laut dem jüngsten Datenstand in den Jahren 2023 und 2024 in einer Rezession befand. Die aktuelle Schwäche wird neben konjunkturellen Faktoren auch durch einen tiefgreifenden Strukturwandel sowie durch geopolitische Veränderungen verursacht, die das deutsche Exportmodell gefährden.“ 

Erschreckend sei das „Bonsaiwachstum“. Die Politik müsse endlich reagieren. 

„Es ist ein Tanz auf der Titanic, wir haben nur nicht mehr viel Zeit“, 

fasste Brüderle die aktuelle Lage zusammen. Soziale Marktwirtschaft gehe nicht ohne private Pflege, und Gewinne seien notwendig, um überhaupt Investitionen tätigen zu können. Ein Befreiungsschlag sei notwendig, mit dem den Betrieben mehr Freiraum eingeräumt werde.

Rechenschaftsbericht vorgestellt

Die bpa-Mitglieder hatten im Vorfeld einen Tätigkeitsbericht für den Zeitraum vom 1. August 2024 bis 31. Juli 2025 erhalten. Der Landesvorstand legte mit dieser Arbeitsdokumentation einen Rechenschaftsbericht vor, der die Arbeit der bpa-Landesgruppe auf nicht weniger als 60 Seiten zusammenfasste. In der Mitgliederversammlung stellte das Ehrenamt seine Zusammenarbeit mit dem Hauptamt erstmalig in einem aufgelockerten Format vor. Die Ergebnisse der unterschiedlichen Arbeitsgruppen im bpa wurden in Interviews dargestellt.

Wahlen zum Vorstand

Sascha Saßen, der einstimmig als Wahlleiter ernannt worden war, leitete die Wahlen zum Landesvorstand mit folgendem Ergebnis: Der bisherige bpa-Landesvorsitzende Bernhard Rappenhöhner wurde mit großer Zustimmung in seinem Amt bestätigt. Ihm zur Seite stehen als stellvertretende Vorsitzende Barbara Prinz und Daniel Wendorf. Zu Beisitzenden gewählt wurden Anne Egidy-Voigtländer, Willi Stotzem, Mathias Wentland, Timo Zurmühlen und Thorsten Vlatten.

Bericht von der Bundesebene

Der Vortrag von Sven Wolfgram, bpa-Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter ambulante Versorgung, rundete den Nachmittag fachlich ab.

Wolfgram stellte voran, dass der Pflegeberuf einer der attraktivsten sei. Die Pflegeausbildung sei aktuell die meist gewählte. Hier gebe es die höchste Ausbildungsvergütung im Vergleich zu anderen Ausbildungen und eine höhere Vergütung im Verhältnis zu allen anderen Gesamtfachkräften. Derzeit würden so viele Beschäftigte in der Pflege arbeiten, wie noch nie und es sei der beliebteste reguläre Ausbildungsberuf.

Ehrungen und Jubiläen

Anschließend würdigten Wolfgram und Rappenhöhner die Arbeit des langjährigen Mitarbeiters des bpa-Landesverbandes Michael Siering für dessen unermüdlichen Einsatz. Siering begab sich Ende Januar 2026 in den wohlverdienten Ruhestand. „Vielleicht ist dies ja doch kein endgültiger, beruflicher Abschied“, beendete der bpa-Landesvorsitzende Rappenhöhner augenzwinkernd seine Dankesrede. Michael Siering wäre sicherlich nicht der erste Mitarbeiter, der aus dem Ruhestand in die Geschäftsstelle zurückkehren würde.

Michael Siering, der in den Ruhe stand verabschiedet wurde, und Bernhard Rappenhöner

Stellvertretend für alle Mitgliedsbetriebe, die 2025 ihr bpa-Mitgliedsjubiläum feiern konnten, wurden Claudia Weber vom Pflegedienst „Cura ambulante Pflege und Pflegeberatung GmbH & Co.“   und Carsten Eich von der Senioreneinrichtung Haus Aggertal Hans-Werner Eich GmbH & Co.KG   für die 30-jährige Mitgliedschaft beim bpa geehrt.

Da der bpa der Einladung zum Firmenjubiläum des Pflegedienstes „Das Pflegeteam Grothaus GmbH“   nicht folgen konnte, lud Bernhard Rappenhöner die Geschäftsführerin Sabine Grothaus ein, die Ehrung für das 30-jährige Bestehen des Betriebs auf der Mitgliederversammlung in Empfang zu nehmen.

Die traditionelle Abendveranstaltung mit Buffet, Musik und Tanz im Fußballstadion von Borussia Dortmund dauerte in geselliger Runde bis in die Morgenstunden.

Fachtag des bpa mit ehemaligem Fußballprofi Neven Subotić

Nach der Eröffnung des bpa-Fachtages am Folgetag durch den bpa-Landesvorsitzenden Rappenhöhner, erhielt Neven Subotić, ehemaliger Fußballprofi, Autor und Stifter der „well:fair Foundation“   das Wort. Er schilderte seine Flucht mit seiner Familie vor dem Krieg aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die Ausbildungen der Eltern seien in Deutschland nicht anerkannt worden, sodass der Vater zunächst im Baugewerbe und die Mutter als Reinigungskraft gearbeitet hätten. 

Neven Subotić (ehemaliger Fußballprofi)

Das größte Problem sei die anhaltende mangelnde Wertschätzung in jedem Lebensbereich gewesen. Um nach Kriegsende nicht wieder zurückzumüssen, wanderte die Familie in die USA aus, wo Subotić über glückliche Zufälle die Möglichkeit bekam, eine Profifußballkarriere zu starten. Seit dem Ende seiner Fußballkarriere im Jahr 2022 widmet er sich intensiv der karitativen Arbeit und berät gemeinnützige Organisationen. Als Quintessenz aus seinem Wirken bleibt für ihn das Credo: „Vielfalt schafft unterschiedliche Perspektiven auf ein gemeinsames Ziel.“

Globale Talente für die Pflege

Unter dem Motto: „Globale Talente für die Pflege – Vermittlung, Vorbereitung und Integration“ berichteten Sina Yumi Wagner, Leitung apm International, und Marco de las Heras, Leiter Vermittlung internationaler Pflegekräfte bei der bpa Servicegesellschaft aus ihrer täglichen Arbeit der Anwerbung und Begleitung von internationalen Fachkräften und Auszubildenden. Anhand von konkreten Beispielen, untermauert mit persönlichen Videobotschaften von zwei vietnamesischen Auszubildenden, schilderten sie die konstruktive Zusammenarbeit und die bereits erzielten Erfolge bei der Gewinnung von ausländischen Kräften.

Podiumsdiskussion mit (von links): Marco de las Heras (bpa Servicegesellschaft); Bernhard Rappenhöner; Shyney Vallomtharayil (Projektleiterin FAI NRW); Neven Subotić (ehem. Fußballprofi); Sina Yumi Wagner (Leitung apm International) und Nathalie Kinder (Leiterin bpa-Stabsstelle Personalsicherung)

Die sich anschließende Podiumsdiskussion ließ einen gemeinsamen Tenor aller Akteure erkennen. Die Willkommenskultur müsse gestärkt werden und es müsse zwingend ein Bürokratieabbau bei den Anerkennungsverfahren erfolgen. Es könne nicht sein, dass die durchschnittliche Dauer bis zur Anerkennung einer ausländischen Fachkraft nahezu zwei Jahre dauere. Fakt sei, dass der Einzelne sich entscheiden könne, ob er internationale Pflegekräfte anwerbe und integriere; die Branche hätte diese Wahl nicht mehr. Ohne internationale Kräfte ginge es schon lange nicht mehr.

Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Arbeitszufriedenheit

„Digitalisierung nur ein Trend oder echte Transformation?“ Mit dieser Frage eröffnete Tobias Dämlow, Chief Digital Officer (CDO) bei den Alloheim Senioren-Residenzen SE  , seinen Vortrag. Digitale Patientenversorgung, die digitale Einrichtung, die digitale Organisation und die digitale Workforce würden die Begrifflichkeiten der Zukunft werden, die Dämlow eindrucksvoll mit Leben füllte.

Björn Hagedorn, Vorstand K & S – Dr. Krantz Sozialbau und Betreuung SE & Co. KG  , berichtete über die Nachhaltigkeitsberichterstattung – von der Pflicht zur Freiwilligkeit. Eindrucksvoll schilderte er, wie die Ergebnisse eines Nachhaltigkeitsberichts handlungsleitend für die tägliche Arbeit sind und für andere Berichtszwecke genutzt werden können.

Zum Thema „Arbeitszufriedenheit und Mitarbeiterbindung – Betriebliches Gesundheitsmanagement als Schlüssel“ referierte Joachim Görtz, Leiter der bpa-Stabsstelle Gesundheitsprävention und Landesgeschäftsstellenleiter in Bayern. Görtz schilderte die Hintergründe und Fakten zu Krankheitsdaten und Krankheitsfolgen in der Pflege und das entsprechende Präventionspotenzial. In einem Exkurs ging er auch auf zunehmende psychische Belastungen ein.

Unternehmensnachfolge regeln

Last but not least widmete sich Michael Haile, Leiter Unternehmensberatung bei der bpa Servicegesellschaft, der Unternehmensnachfolge und ließ das Publikum teilhaben auf dem Weg von der Ermittlung des Unternehmenswerts bis zum Kaufvertrag.

„Der heutige Tag zeigte erste Möglichkeiten auf, der Zukunft positiv zu begegnen. Lassen Sie uns kreativ sein, dann entstehen auch Lösungen.“ 

Mit diesen Worten schloss bpa-Landesvorsitzender Bernhard Rappenhöhner die Veranstaltung.