News der bpa.Landesgruppe Rheinland-Pfalz

Brennpunkt BeKo!

PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz warnt: Zukunft der Pflegeberatung im Land sichern

Veranstaltung Brennpunkt BeKo in Mainz mit Jutta Schier (Leiterin bpa-Landesgeschäftsstelle und Vorsitzende PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz) und Sebastian Rutten (Geschäftsführer PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz)
Veranstaltung Brennpunkt BeKo in Mainz mit Jutta Schier (Leiterin bpa-Landesgeschäftsstelle und Vorsitzende PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz) und Sebastian Rutten (Geschäftsführer PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz)

Zu einem landesweiten Fachforum nach Mainz lud die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz im Frühjahr Träger und Fachkräfte der Beratungs- und Koordinierungsstellen (BeKo) in den Pflegestützpunkten ein. Bei der Veranstaltung „Brennpunkt BeKo“ am 5. März 2026 diskutierten Träger, Fachkräfte und Vertreter des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung über die aktuelle Lage sowie mögliche Zukunftsmodelle. 

Ziel war es, Erfahrungen aus der Praxis zusammenzuführen und klare Perspektiven für eine stabile und verlässliche Beratungsstruktur im Land zu entwickeln. Hintergrund sind zunehmende finanzielle und strukturelle Probleme, die die Zukunft der Beratungsangebote für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen gefährden könnten. 

Rheinland-Pfalz ist das erste Bundesland, das flächendeckend seit dem 1. Januar 2009 Pflegestützpunkte auf der Grundlage der bisherigen 135 Beratungs- und Koordinierungsstellen im Land eingerichtet hat. Ursprünglich war die Trägerschaft einer BeKo den Pflegediensten der Wohlfahrtsverbände vorbehalten. Ein durch einen Pflegedienst in Mitgliedschaft des bpa angestoßenes Gerichtsurteil bestätigte jedoch die Öffnung des Bewerbungsverfahren für alle Pflegedienste, unabhängig davon, welchem Verband sie angehören.

 

bpa-Landesreferentin Barbara Goetsch in der Diskussion mit Teilnehmern an einem der Thementische 
 

Seitdem haben auch Mitglieder der bpa-Landesgruppe Rheinland-Pfalz eine Trägerschaft für eine Fachkraft der Beratung- und Koordinierung übernommen. 

Die BeKos sind ein zentraler Bestandteil der pflegerischen Infrastruktur im Land. In den derzeit 135 Pflegestützpunkten beraten sie Pflegebedürftige und ihre Familien, helfen bei der Organisation von Unterstützung und koordinieren Leistungen zwischen Pflege, Medizin und sozialen Diensten. Gerade angesichts steigender Pflegebedarfe kommt diesen Strukturen eine immer größere Bedeutung zu. Gleichzeitig berichten immer mehr Träger von erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Die derzeitige Förderstruktur deckt die tatsächlichen Kosten vieler Einrichtungen nicht mehr ab. In einzelnen Regionen konnten Stellen bereits nicht mehr nachbesetzt werden oder standen zeitweise leer – mit unmittelbaren Folgen für die Versorgung und Beratung vor Ort. 

Die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz sieht dringenden politischen Handlungsbedarf und fordert unter anderem eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Beratungs- und Koordinierungsstellen sowie eine klare politische Entscheidung für den langfristigen Erhalt dieser Strukturen. Dazu gehört insbesondere eine vollständige Finanzierung der Personalkosten und eine Dynamisierung der Fördermittel. 

Jutta Schier, Leiterin der bpa-Landesgeschäftsstelle und Vorsitzende der PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz, äußerte sich dazu auf der Veranstaltung: 

„Die Beratungsstellen sind für viele Menschen der erste Ansprechpartner, wenn Pflege plötzlich zum Thema wird. Wenn diese Strukturen aus finanziellen Gründen ausgedünnt werden, trifft das unmittelbar Pflegebedürftige und ihre Familien.“ 

Die Teilnehmenden konnten sich auf der Veranstaltung Brennpunkt BeKo aktiv einbringen und an drei verschiedenen Thementischen diverse auf die Zukunft und Weiterentwicklung der Bekos gerichtete Fragen diskutieren. Die Ergebnisse hat die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz zusammengetragen und dem Ministerium bereits vorgestellt.