News der bpa.Landesgruppe Sachsen

Pflegeausbildung im Wandel

Sachsen richtet Blick auf die Pflegefachassistenz 2027

Mit dem Start der neuen bundesweit einheitlich geregelten Pflegefachassistenzausbildung zum 1. Januar 2027 steht die Pflege in Deutschland vor einem entscheidenden Schritt zur Sicherung der pflegerischen Versorgung. Welche Chancen sich daraus ergeben und welche Voraussetzungen für eine gelingende Umsetzung notwendig sind, wurden beim bpa-Fachtag Pflegeausbildung am 7. Mai 2026 in Radebeul deutlich. Mehr als 150 Teilnehmende aus sächsischen Pflegeeinrichtungen, Schulen und der Politik kamen zusammen, um sich frühzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen vorzubereiten und gemeinsam Perspektiven für eine erfolgreiche Umsetzung zu entwickeln. 

Die Pflegefachassistenzausbildung ist ein Baustein, um dem steigenden Personalbedarf in der Pflege zu begegnen. Künftig sollen Pflegefachassistenzpersonen Pflegefachkräfte gezielt entlasten und einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung, insbesondere in der stationären Langzeitpflege, leisten. Einigkeit bestand unter den Teilnehmenden darin, dass der Erfolg maßgeblich davon abhängt, wie praktikabel die Ausbildungsbedingungen gestaltet werden und ob es gelingt, ausreichend Ausbildungskapazitäten zu schaffen.

Im Mittelpunkt des Fachtages standen daher sowohl die aktuellen gesetzgeberischen Vorgaben als auch die konkrete Ausgestaltung der neuen Ausbildung auf Landesebene. Kritisch äußerten sich die Teilnehmer darüber, dass mit dem geplanten Sächsischen Heilberufegesetz (SächsHeilBG) und den dazugehörigen Verordnungen Vorgaben diskutiert werden, die aus Sicht der Praxis unnötige bürokratische Hürden schaffen könnten. Insbesondere starre Verhältnisregelungen zwischen in der Pflegeeinrichtung, beschäftigten Pflegefachkräften und Auszubildenden seien inakzeptabel, da sie die dringend benötigten Ausbildungskapazitäten begrenzten. 

„Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit ausreichend Pflegefachassistenzpersonen ausgebildet werden können“,

betonte Igor Ratzenberger, Vorsitzender der bpa-Landesgruppe Sachsen. 

Neben der Pflegefachassistenz standen beim bpa-Fachtag weitere Themen der Pflegeausbildung auf der Agenda, darunter das Meldeverfahren des Sächsischen Ausbildungsfonds Pflegeberufe Fördermöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit sowie die hochschulische Pflegeausbildung. Auch Herausforderungen im Ausbildungsalltag wurden praxisnah aufgegriffen und Lösungsansätze für Einrichtungen und Praxisanleitungen vorgestellt.

Die Teilnehmenden bewerteten die Veranstaltung als rundum gelungen. Neben fachlichen Impulsen fand der offene und konstruktive Austausch großen Anklang. Die Diskussionen haben gezeigt, wie groß der Wille ist, die Ausbildung aktiv weiterzuentwickeln. 

Der bpa wird diesen Dialog auch künftig aktiv fortsetzen, Formate zum Erfahrungsaustausch anbieten, gemeinsame Herausforderungen adressieren und die Umsetzung der Pflegeausbildung eng begleiten.