Fünf Tage Learning Journey Digital Health in Südkorea liegen hinter uns – fünf Tage voller Eindrücke, Gespräche und vor allem der Erkenntnis: Wir müssen uns mit dem, was in Sachsen bereits digital gedacht und umgesetzt wird, nicht verstecken.
Als Teil einer 25-köpfigen, interdisziplinären Delegation konnten Andreas Märten und Stefan Vogler, beide Vorstandsmitglieder der bpa-Landesgruppe Sachsen, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Ministerium, Krankenhäusern, Ärzteschaft, Kassenärztlicher Vereinigung und anderen Trägerverbänden auf die digitalen Herausforderungen der Gesundheits- und Pflegeversorgung blicken.
Was bleibt?
🔹Digitalisierung braucht Akzeptanz – nicht nur Technik. Die beste technische Lösung bringt wenig, wenn sie im Alltag nicht angenommen und sinnvoll genutzt wird.
🔹KI wird zum fortlaufenden Arbeitsbegleiter. Entscheidend ist nicht, KI als einmaliges Werkzeug zu betrachten, sondern sie kontinuierlich in Arbeitsprozesse zu integrieren und gemeinsam mit den Mitarbeitenden weiterzuentwickeln.
🔹Robotik unterstützt Menschen – sie ersetzt sie nicht einfach. Serviceroboter gehören in Südkorea bereits zum Alltag. Humanoide Roboter hingegen sind auch dort noch längst keine flächendeckende Realität, sondern vielmehr ein Blick in die Zukunft.
🔹Auch bei der Versorgung älterer Menschen gibt es viele Gemeinsamkeiten. Die Strukturen unterscheiden sich teilweise von denen in Deutschland, dennoch finden sich auch in Südkorea stationäre Einrichtungen mit verbindlich angegliederter Tagespflege sowie Angebote der häuslichen Pflege. Die Vollkosten für einen stationären Pflegeplatz liegen dort bei rund 1.800 Euro pro Monat.
Und vielleicht eine der wichtigsten Erkenntnisse für uns in Deutschland:
Wir müssen lernen, schneller ins Machen zu kommen.
Nicht jeder digitale Anwendungsfall muss zunächst bis ins letzte Detail durchdacht sein. Wenn 70 Prozent einer Lösung logisch, sinnvoll und hilfreich erscheinen, sollten wir den Mut haben, zu starten, Erfahrungen zu sammeln und die verbleibenden 30 Prozent weiterzuentwickeln. Sonst besteht die Gefahr, dass wir nach jahrelanger Diskussion mit einer perfekten Lösung starten – zu einem Zeitpunkt, an dem andere bereits die nächsten Schritte gehen.
Das gilt auch für die Pflegebetriebe in Sachsen: Digitalisierung ist kein Projekt mit einem Enddatum. Sie ist ein kontinuierlicher Veränderungsprozess.
Dazu gehören aus unserer Sicht ganz praktische Voraussetzungen: eine verlässliche und umfassende WLAN-Ausleuchtung in den Einrichtungen, ausreichend leistungsfähige Hardware und die Bereitschaft, digitale Anwendungen kontinuierlich auszuprobieren und in den Arbeitsalltag zu integrieren.
Die Learning Journey hat deshalb nicht gezeigt, dass Südkorea „alles besser“ macht. Sie hat gezeigt, wie wertvoll der Perspektivwechsel ist – und dass wir in Sachsen sehr gute Voraussetzungen haben, wenn wir unsere eigenen Stärken mit mehr Mut zur Umsetzung verbinden.
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten für den intensiven Austausch und insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, der Deutschen Auslandshandelskammer vor Ort sowie der Deutschen Botschaft in Seoul einschließlich Botschafter Georg Schmidt für die hervorragende Organisation, Begleitung und die zahlreichen wertvollen Kontakte.
Fünf Tage Seoul sind vorbei. Die Diskussion über die Zukunft der Pflege und Gesundheitsversorgung geht weiter. Und jetzt heißt es: die Impulse mit nach Sachsen nehmen und ins Handeln kommen.














