Die Mitgliederversammlung der bpa-Landesgruppe Thüringen hat am 27. August in den Räumen der apm-Pflegeschule in Erfurt stattgefunden. Vertreterinnen und Vertreter privater Pflegeeinrichtungen aus dem Freistaat nutzten die Veranstaltung, um Bilanz zu ziehen, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und einen Blick auf die Zukunft der Pflege zu werfen.
In ihrem Rechenschaftsbericht zog die Landesvorsitzende Margit Benkenstein eine positive Bilanz. Die privaten Pflegeanbieter in Thüringen seien gut aufgestellt und erfreuten sich weiter wachsender Unterstützung. So sei die Zahl der Mitglieder seit 2023 um rund zehn Prozent gestiegen. Mittlerweile vertritt der bpa in Thüringen mehr als 450 Mitgliedseinrichtungen.
Ein Schwerpunkt der Versammlung lag auf dem Thema Fachkräftesicherung und Ausbildung. Unter dem Titel „Erfolgreich ausbilden!“ informierte Jonas Hedler von der apm-Pflegeschule über die Ausbildung nach dem Pflegefachassistenzgesetz, die ab September 2027 neue Rahmenbedingungen schaffen wird. Ergänzend stellte Liesa Stockmann von der Jugendberufshilfe Thüringen die sogenannten qualifizierungsbegleitenden Hilfen vor. Diese Unterstützungsangebote sollen Auszubildende in der Pflege stärken und dazu beitragen, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.
Einen Blick auf die bundespolitischen Entwicklungen warf Sven Wolfgram, Geschäftsführer des bpa und Geschäftsbereichsleiter ambulante Versorgung. In seinem Vortrag „Auf dem Weg zur nächsten Pflegereform – Aktuelle Informationen aus Berlin“ informierte er über die aktuellen pflegepolitischen Diskussionen und Reformvorhaben auf Bundesebene.
Deutlich positionierten sich Margit Benkenstein und Sven Wolfgram zudem zur jüngsten Demonstration gegen das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG). Beide betonten, dass der bpa seinen Einsatz fortsetzen werde, damit die geplanten Reformen grundlegend überarbeitet werden. Zugleich forderten sie, die Erfahrungen und Anforderungen der Pflegepraxis stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
Die Mitgliederversammlung machte damit deutlich: Die privaten Pflegeanbieter in Thüringen sehen sich nicht nur als verlässliche Säule der Versorgung, sondern wollen auch die zukünftige Ausgestaltung der Pflege aktiv mitgestalten. Dabei bleiben die Gewinnung von Fachkräften, gute Ausbildungsbedingungen und eine praxisnahe Pflegepolitik zentrale Anliegen der Branche.








