News der bpa.Landesgruppe Thüringen

Pflegeeinrichtungen brauchen Verlässlichkeit – 9. Pflegekongress des bpa Thüringen

Staatssekretärin Tina Rudolph verspricht Bürokratieabbau

„Pflegeeinrichtungen brauchen Verlässlichkeit statt kurzfristiger politischer Signale. Planungssicherheit ist die Grundlage für Investitionen, Fachkräftebindung und nachhaltige Versorgungsqualität“, sagte die Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Thüringen Margit Benkenstein beim 9. Pflegekongress des mitgliederstärksten Trägerverbandes in Thüringen am 23. Oktober in Erfurt.

Benkenstein forderte klare Entscheidungen und echte Entlastungen für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegeeinrichtungen ein. Auch bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte wünscht sich der bpa Thüringen mehr finanzielle Unterstützung und eine Beschleunigung bei der beruflichen Anerkennung. Die Landesregierung solle sich im Rahmen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegeversicherung für die Kompetenzvermutung bei der Anerkennung ausländischer Fachkräfte einsetzen.

Die Landesvorsitzende und bpa-Vizepräsidentin verwies auf die stark steigende Zahl der Pflegebedürften, mit der die Personalentwicklung nach wie vor nicht mithalten kann. Mehr als 170.000 Menschen sind in Thüringen auf Pflege angewiesen und die Zahl steigt weiter. Rund 1.000 Pflegeeinrichtungen, ambulant, stationär und Tagespflegen versorgen Pflegebedürftige und entlasten Angehörige. Personalmangel, Kostendruck und Bürokratie engen den Handlungsspielraum ein.

Thüringens Gesundheitsstaatssekretärin Tina Rudolph betonte die gute Zusammenarbeit mit dem bpa und versprach Unterstützung:

„In Thüringen bringen wir Politik, Träger, Beschäftigte und Angehörige an einen Tisch, um tragfähige Lösungen für eine menschenwürdige und bezahlbare Pflege zu entwickeln. Unser Ziel ist, dass Pflege Zukunft hat – und dass sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt, nicht die Bürokratie.“

In der Diskussion mit der Staatssekretärin wurde mehrfach die lange Bearbeitungsdauer von Anträgen auf Hilfe zur Pflege angesprochen. Sowohl Pflegeheime wie auch ambulant betreute Wohnformen beklagten, dass Außenstände von mehreren 10.000 und auch mehr als 100.000 Euro für die Unternehmen existenzbedrohend seien. Staatssekretärin Rudolph betonte, dass dies nicht hinnehmbar sei und sagte zu, sich des Themas anzunehmen.

Pascal Tschörtner, bpa-Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter stationäre Versorgung, mahnte:

„Wirtschaftliche Absicherung, die die Einrichtungen wirklich brauchen, sind z.B. effiziente und unbürokratische Pflegesatzverfahren oder verbindliche Zahlungsfristen.“

Darüber hinaus eröffnete er mit seinem Referat beim hochkarätig besetzten Pflegekongress des bpa in Thüringen die intensive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Personalsicherung in der Pflege.

Vertreterinnen und Vertreter von Pflege, Politik, Verwaltung sowie Ausstellern von pflegenahen Produkten und Dienstleistungen diskutierten mögliche Lösungsansätze, um die multiplen Herausforderungen und Problemlagen im Personalbereich, vor denen die ambulante und stationäre Pflege steht, zu bewältigen.

Neben der Ausbildung mit der Gewinnung internationaler Auszubildender (apm) bleibt auch die Anwerbung internationaler Pflegekräfte eine wichtige Säule (bpa-Servicegesellschaft). Über die Möglichkeiten zur Förderung der Digitalisierung in den Unternehmen mit dem INQA-Coaching-Programm informierte das Institut der Thüringer Wirtschaft. Hans-Georg Lipp konzentrierte sich auf das Thema Personalführung und traf mit seinem Vortrag „Und SIE können doch was tun!“ die Stimmung vieler Führungskräfte im Saal.